06. Mai 2009 11:50

Panik an der Börse? 

Bank of America braucht 35 Mrd. Dollar

Experten fürchten, dass die Ergebnisse des Stress-Tests zu einer Panik an den Börsen führen.

Bank of America braucht 35 Mrd. Dollar
© EPA

Die Bank of America braucht offenbar deutlich mehr Geld als erwartet: Die Großbank hat einen weiteren Kapitalbedarf von 35 Mrd. Dollar (26,1 Mrd. Euro), wie das "Wall Street Journal" berichtete. Dies hätten die Banken-Stresstests ergeben, denen sich die größten Finanzinstitute auf Geheiß der US-Regierung unterziehen mussten. Die Bank mit Sitz in North Carolina habe damit den größten Finanzbedarf der 19 getesteten Institute, sagten Analysten. Allgemein war zuletzt mit einer wesentlich kleineren Finanzlücke bei der Bank of America gerechnet worden. Sie hat in der Finanzkrise bereits 45 Mrd. Dollar vom Staat bekommen.

Panik an der Börse?
Auch weitere Banken - darunter Citigroup und Wells Fargo sowie eine Hand voll regionale Banken - brauchen ersten Ergebnissen zufolge weiteres Geld, wie in Finanzkreisen zu erfahren war. Das "Wall Street Journal" schrieb von 10 Banken mit weiterem Kapitalbedarf. Nun wächst die Angst, dass die Veröffentlichung der Test-Ergebnisse eine Panik an der Börse auslösen könnte.

Weitere Ergebnisse folgen
Die offiziellen Ergebnisse der Stresstests sollen am Donnerstag vorgestellt werden, nachdem die Börsen geschlossen haben. Die Tests sind ein zentraler Teil in der Strategie der Obama-Regierung, mit der der Finanzsektor stabilisiert werden soll. Sie sollen vor allem Aufschluss darüber bringen, was mit den Bank-Bilanzen passiert, falls sich die Wirtschaftslage in den USA weiter verschlimmert.

Stress-Test
Unter Aufsicht der Notenbank Fed haben die zuständigen Regulierungsbehörden Berechnungen nach zwei vorgegebenen Szenarien durchgeführt: nach einem Grundszenario, das auf den wirtschaftlichen Annahmen aus dem Februar basiert (darunter ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2 Prozent), und nach einem schlimmeren Szenario, das einen Rückgang des BIP um 3,3 Prozent und eine Arbeitslosigkeit von 10,3 Prozent im kommenden Jahr unterstellt.

Kritische Stimmen werden laut
Die Tests seien unerlässlich, damit das Finanzsystem künftig wieder auf festem Boden stehen könne, hatte Finanzminister Timothy Geithner im Februar erklärt, als die Regierung die Tests anordnete. Doch jetzt wird die Kritik an dem Verfahren immer lauter: Die Regulierer seien zu sehr darauf bedacht, jedes Statement zu vermeiden, das Vertrauen in die Banken kosten könne. Deshalb bröckele nun auch das Vertrauen in die Stresstests selbst.




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