06. Dezember 2007 18:02

Bank widerspricht 

Bawag als schnelle Geldquelle für Cerberus?

Die Bawag wehrt sich gegen Spekulationen, als schnelle Geldquelle für Cerberus dienen zu sollen. Das sei strukturell gar nicht möglich, so die Bank.

Bawag als schnelle Geldquelle für Cerberus?
© TZ Oesterreich Pauty Michele

Bawag-Eigentümer Cerberus hasst nichts so sehr wie Publicity – derzeit steht der US-Fonds allerdings im Zentrum des Medieninteresses. Vom Wall Street Journal bis zum deutschen Handelsblatt wird die Frage thematisiert, wie weit Cerberus infolge der US-Kreditkrise selbst in Geldnöte gerät. Jetzt ging der diskrete Milliardenfonds, der weltweit über 50 Firmenbeteiligungen hält, in die Offensive. „Wir haben mehr als zehn Milliarden Dollar Liquidität“, sagte Cerberus-Geschäftsführer Mark Neporent dem Wall Street Journal. Die Tatsache, dass ein Cerberus-Mann überhaupt ein Interview gibt, gilt in Finanzkreisen als Sensation.

Kein Geld von der Bawag
Für Aufregung in der heimischen Bankenszene sorgte jetzt auch ein ÖSTERREICH-Bericht über mögliche Auswirkungen allfälliger Cerberus-Probleme auf die Bawag. Spekulationen, dass die Bank – etwa mit den Erlösen aus den Beteiligungsverkäufen – jetzt als schneller Geldbringer für den US-Eigentümer herhalten müsse, widerspricht das Bank-Management aber entschieden. Der designierte neue Bawag-Boss David Roberts betonte, dass jeder eingenommene Euro in die Expansion der Bank investiert werde. Diese Strategie sei beschlossene Sache, ebenso wie die Tatsache, dass vorerst keine Dividenden ausbezahlt würden, so Bawag-Sprecher Thomas Heimhofer zu ÖSTERREICH.

„Die Bawag ist als eine von vielen Cerberus-Beteiligungen von der Struktur her eigenständig“, so Heimhofer. Dass der US-Fonds einfach Geld aus der Bank entnehme, um anderswo Löcher zu stopfen, würde rein theoretisch gar nicht funktionieren. Zumal mit der Post, Wüstenrot und der Generali auch andere Investoren Anteile an der Bawag hielten.

Milliarden-Baustellen
Fakt bleibt, dass Cerberus auf vielen Baustellen Probleme hat – vor allem mit seinen Beteiligungen am US-Autobauer Chrysler und dem Finanzierungsinstitut GMAC. Mitte November scheiterte der zweite Anlauf, eine Vier-Milliarden-Dollar-Anleihe am Kreditmarkt unterzubringen. Für Chrysler muss der US-Fonds wohl weiteres Geld in die Hand nehmen – kolportiert werden 500 Millionen Dollar. Und GMAC schreibt Milliardenverluste, weil die Hypothekentochter Residential Capital allein im dritten Quartal auf einem Minus von 3,2 Milliarden Dollar am Subprime-Markt sitzen blieb.




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