26. September 2007 18:47

Neue Strategie 

Bawag startet Markt-Offensive

Die Bawag kämpft künftig mit Zwei-Marken-Strategie um Kunden. Aber neue Konkurrenz und Probleme bei Verkäufen könnten bremsen.

Bawag startet Markt-Offensive
© APA/Schlager

Die Bawag startet ab Montag mit einem neuen Markenauftritt ihre Offensive zur Rückeroberung verlorener Marktanteile. Schon am Donnerstag präsentiert Bank-Chef Ewald Nowotny der Belegschaft intern das von der Agentur Dirnberger de Felice gestaltete neue Logo, die Werbekampagne und die Angebotspalette.

Zwei Marken
Trotz des Skandals um die Karibikgeschäfte hat man sich auf Basis von Kundenbefragungen entschlossen, den Namen Bawag beizubehalten. Die Marke P.S.K. wird aber im Gesamtbild der Gruppe aufgewertet. „Die P.S.K. wurde für viel Geld gekauft, aber nicht voll genutzt. Das wird sich ändern“, sagt Hannes Androsch, Aufsichtsrat der Bawag-Holding.

Künftig gibt es eine echte Zwei-Marken-Strategie: Die Bawag für den städtischen Bereich, Betriebsräte und die Industrie; die P.S.K. für Kunden im ländlichen Bereich, klar positioniert gegen Raiffeisen.

Neue Öffnungszeiten
Auch bei den Öffnungszeiten prescht die Bawag vor. In den Wiener Bezirken 1 bis 9 schließen die Filialen über Mittag nicht mehr. Montag und Donnerstag bleibt bis 17.30 Uhr offen.

Neue Konkurrenz
Der Bawag steht aber ein heißer Herbst bevor. Eigentümer Cerberus will Geld sehen. Am Markt stören die negativen Schlagzeilen aus dem Bawag-Prozess. Und beim Kerngeschäft Betriebsratskredite (rund 15 Prozent der Neuabschlüsse bei Privatdarlehen) und Sparvereinen muss sich Nowotny auf neue Konkurrenz einstellen. Wie berichtet wollen Erste Bank und Wiener Städtische ab Anfang 2008 mit einer Vertriebsallianz Jagd auf ­Bawag-Stammkunden machen. Die Ex-Gewerkschaftsbank hat zwar einen Kooperationsvertrag mit dem ÖGB. „Aber wir können unsere Betriebsräte nicht zwingen“, so eine ÖGB-Sprecherin.

Androsch meint: „Man soll nichts unterschätzen, aber wir werden uns in diesem Segment behaupten – wenn die Konditionen passen“.

Problemverkäufe
Schwierig wird auch, mit dem Verkauf des ersten Immobilienpakets die angepeilten 500 bis 600 Millionen Euro zu erlösen. Unter den 15 Gebäuden sind jene zwei Top-Objekte, auf denen die Penthäuser der Ex-Bawag-Chefs Walter Flöttl und Helmut Elsner liegen. „Das entwertet spürbar. Denn: Willst du zum Beispiel ein Hotel machen, kann es Problemen geben“, so ein Immo-Experte.

Aus Österreich sind Immofinanz, CA Immobilien, ­Signa und eventuell die ­Wlaschek-Stiftung an dem Bawag-Paket interessiert. Kein ernsthafter Käufer ist hingegen für den Bawag-Sender ATV in SichtBis November will Cerberus im Übrigen einen neuen Businessplan für die nächsten Jahre am Tisch haben.




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