06. März 2009 16:27

Autozulieferer 

Bayern will Schaeffler nicht helfen

Der bayrische Wirtschaftsminister meinte, die Verantwortung liegt primär bei den Unternehmern und Eigentümern, es gebe keinen Automatismus, Steuergelder zur Rettung einzusetzen.

Bayern will Schaeffler nicht helfen
© Reuters

Die krisengeplagten Unternehmen Schaeffler und Qimonda können derzeit nicht mit Hilfen Bayerns rechnen. Beide Fälle überstiegen die Möglichkeiten des Freistaats, sagte der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Freitag in München. Es fehlten zudem Konzepte, die Entscheidungen über Hilfen überhaupt zuließen. Die Verantwortung liege primär bei den Unternehmen und deren Eigentümern. "Diese muss auch wahrgenommen werden."

Kein Automatismus
Es gebe keinen Automatismus, Steuergelder zur Rettung einzusetzen, wenn Firmen in eine Schieflage gerieten, sagte der FDP-Politiker. Man müsse sehr strenge Kriterien anwenden, um den Wettbewerb nicht zu verzerren.

Politik hat Verantwortung gegenüber Steuerzahlern
Beim insolventen Speicherchip-Hersteller Qimonda zum Beispiel habe sich das zwischenzeitlich vorgelegte Konzept als brüchig herausgestellt. Die Politik habe eine Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern und müsse Hilfen auf Ausnahmefälle beschränken. Der Staat sei nicht der bessere Unternehmer.

Qimoda hat nur mehr bis Ende März Zeit
Ein erstes Hilfspaket von Portugal und Sachsen, wo Qimonda Werke hat, sowie des Bundes und der Konzernmutter Infineon war im Jänner an zusätzlichem Kapitalbedarf von Qimonda gescheitert. Jetzt hat der Insolvenzverwalter nur noch bis Ende März Zeit, eine Lösung - etwa einen Investor - zu finden. Danach gehen bei Qimonda die Lichter aus. Das hohe Verluste schreibende Unternehmen aus München leidet unter dem massiven Preisverfall für seine Produkte auf dem Weltmarkt. Qimonda hat 12.000 Mitarbeiter, davon 4.600 in Deutschland.

Schaeffler fehlen sechs Mrd. Euro
Der fränkische Autozulieferer Schaeffler hat sich mit der milliardenschweren Übernahme des viel größeren Konkurrenten Conti verhoben. Jetzt wird nach Auswegen gesucht, auch hier wird - mitten in der globalen Finanzkrise - ein Investor herbeigesehnt. Dem Familienkonzern fehlen bis zu sechs Milliarden Euro Eigenkapital. Schaeffler beschäftigt 66.000 Menschen, gut 30.000 davon in Deutschland.




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