14. Dezember 2009 10:29

Kommentar 

Bayern zogen Pröll die Lederhosen aus

ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner sieht in der Hypo Group Alpe Adria nach der Übernahme durch den Staat eine tickende Zeitbombe.

Bayern zogen Pröll die Lederhosen aus

Es kam genau wie befürchtet: Die bayrischen Brutal-Politiker haben unserem Finanzminister die Lederhosen ausgezogen. Der Staat Österreich muss die völlig kaputte bayrisch-kärntnerische Hypo übernehmen.

Das heißt: Jeder Steuerzahler erhält zu Weihnachten eine tickende Zeitbombe namens Hypo als „Geschenk“ unter den Christbaum gelegt. Für dieses „Geschenk“ darf jeder Steuerzahler in den nächsten Jahren (je nachdem wie viele Betrugsfälle noch versteckt sind) bis zu 1.833 Euro zahlen.

Panische Angst
Der Regierung – vor allem Finanzminister Pröll – hat der Mut gefehlt, es auf eine echte Kraftprobe mit den bayrischen „Spezln“ ankommen zu lassen. Finanzminister Pröll hatte panische Angst davor, dass eine Insolvenz den ganzen Bank-Platz Österreich in die Krise rasseln lässt.

In Wahrheit hätte eine Hypo-Pleite wohl viel weniger Österreich als die Balkan-Länder Serbien und Bosnien, Kroatien und Slowenien betroffen. Dass wir jetzt die Pleite-Suppe der Bayern am Balkan auslöffeln dürfen, ist ein Armutszeugnis für unsere Regierung.

An der Kärntner Hypo (ihren ungedeckten Krediten, Leasing-Geschäften und Mafia-Deals in Höhe von vermutlich bis zu 6 Milliarden Euro) wird vermutlich die ganze Republik samt aller 3 Millionen Steuerzahler noch kräftig bluten.

Wenn der Staat künftig die Hypo führt, dann fehlen uns genau jene Milliarden, die wir für die Ganztagsschule, für ein ordentliches Arbeitsmarktprogramm, für moderne Unis gebraucht hätten.

Kein Geld für Bildung
Sprich: Es wird – wie Pröll leider ständig betont – kein Geld für die Bildung da sein, aber für kriminelle Bank-Geschäfte wird es verpulvert.

Die Regierung hat sich mit der Hypo-Übernahme – bei allem Respekt für ihr Bemühen, den Finanzmarkt Österreich stabil zu halten – ein fürchterliches Eigentor geschossen. Sie torkelt jetzt – im Jahr 1 nach der Krise – in ein Budget-Debakel, das wir alle teuer bezahlen werden müssen.




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