19. November 2008 14:42

ARBÖ schimpft 

Benzin noch immer um 15,5 Cent zu teuer

Riesenärger bei den heimischen Autofahrern: Während die Rohstoffpreise ins Bodenlose fallen, geben die Mineralöl-Konzerne die Preissenkungen beim Sprit nicht weiter.

Benzin noch immer um 15,5 Cent zu teuer
© photos.com

Trotz der jüngsten Preissenkungen werden die österreichischen Autofahrer beim Tanken immer noch gehörig über den Tisch gezogen. Dass behauptet der ARBÖ. Denn laut aktuellen Berechnungen des Autofahrerklubs müsste der Liter Eurosuper weniger als 90 Cent kosten.

„Am Rotterdamer Spotmarkt brechen die Preise derzeit ein wie selten zuvor. Die österreichischen Konsumenten bekommen davon aber viel zu wenig ab. Eurosuper ist durchschnittlich um 15,5 Cent und Diesel um 6,5 Cent zu teuer“, so ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz. Und tatsächlich: Auch der Ölpreis stürzte gestern auf 53,62 Dollar pro Fass ab, der niedrigste Stand seit Jänner 2007. Aber: Der hohe Spritpreis bleibt. Gestern kostete ein Liter Eurosuper im Schnitt 1,022 Euro.

Laut Ninz müsste der Preis auf 86 Cent pro Liter sinken. Beim ÖSTERREICH-Lokalaugenschein bei Tankstellen in Wien zeigte sich: Die meisten Autofahrer ärgern sich über die Preise. Die Kunden von Nikoll Nikollbibaj sind noch am ehesten zufrieden. Nikollbibaj ist Besitzer der billigsten Tankstelle Österreichs im 16. Wiener Bezirk. Er versucht, die Preise niedrig zu halten und meint sogar: „Aufgrund der internationalen Preise dürfte Sprit derzeit nur rund 80 Cent kosten.“ Er stimmt Ninz zu: „Die Konzerne halten die Preise künstlich weiter hoch.“

Ölriesen in der Kritik
Dass die Mineralölkonzerne die Preissenkungen „verschleppen“, bringt die ARBÖ-Sprecherin auf die Palme. „Im Frühjahr, als die Spritpreise nach oben geschossen sind, argumentierten die Konzerne immer mit den steigenden Preisen in Rotterdam. Wenn die Preise dort aber abstürzen, wie es zurzeit der Fall ist, will man plötzlich vom Rohstoffmarkt wenig wissen.“

Auch Noch-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bekommt sein Fett ab: „Ein gutes Konjunkturprogramm beginnt mit einem fairen Spritpreis. Es ist höchste Zeit, dass der Herr Minister den Ölriesen auf die Finger klopft.“ Ninz verlangt von Bartenstein, dass dieser die Konzerne zu einem Hearing ins Ministerium bestellt.“ Die Bundeswettbewerbsbehörde soll zudem die Preisgestaltung erneut unter die Lupe nehmen.

Über Europaschnitt
Auch im Europa-Vergleich schneidet Österreich laut ARBÖ derzeit schlecht ab. Die Treibstoffnettopreise liegen hierzulande um drei Cent über dem EU-Schnitt.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare