13. Oktober 2008 14:29

AK-Studie ergibt 

Betriebe verdienen gut 31.000 Euro pro Mitarbeiter

Diesen jährlichen Überschuss pro Dienstnehmer zeigt eine AK-Studie. Jetzt werden neue Forderungen nach höheren Löhnen laut.

Betriebe verdienen gut 31.000 Euro pro Mitarbeiter

Die Arbeiterkammer kämpft weiterhin um höhere Löhne für die Dienstnehmer. Zur Untermauerung ihrer Forderung hat die AK nun eine Studie erstellt, wonach Unternehmen an jedem Mitarbeiter gut 31.000 Euro jährlich verdienen.

Ordentliche Lohnrunde
Laut Wifo-Prognose sinken heuer die Nettorealeinkommen der Beschäftigten wegen der Teuerung um 0,7 Prozent. Damit der private Konsum als Konjunkturmotor nicht wegbricht, müssen also die Löhne und Gehälter kräftig steigen, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Durch die "ausgezeichneten Gewinne" der Betriebe gibt es laut AK genug Spielraum für höhere Lohnabschlüsse.

Gut 31.000 pro Mann verdient
Die Arbeiterkammer hat anhand der veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Unternehmen errechnet, welchen Überschuss diese Firmen pro Mitarbeiter erwirtschaften. Fazit: Im Jahr 2006 verdienten die Betriebe an jedem Beschäftigten durchschnittlich 31.418 Euro.

Mitarbeiter immer produktiver
Der Überschuss pro Beschäftigtem, der den Unternehmen im Jahr 2006 durchschnittlich verblieben ist, liegt somit um 24 Prozent über dem Wert des Jahres 2002. Gegenüber 2003 ist er sogar um 30 Prozent höher. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Beschäftigtem ist im selben Zeitraum nur um 11,5 bzw.9 Prozent gestiegen. Ursache ist die enorme Steigerung der Produktivität der Arbeitnehmer.

Firmen haben gemogelt?
Unternehmen rechtfertigen sich damit, dass in guten Jahren ein Polster zur Verbesserung des Eigenkapitals und der Liquidität aufgebaut werden muss. Dadurch könnten sie sich gegen spätere Rückschläge im Konjunkturabschwung schützen. Aus der Analyse der Jahresabschlüsse geht aber hervor, dass mehr als drei Viertel der Jahresüberschüsse zur Gewinnausschüttung/Dividendenzahlung verwendet wurden. Dieses Geld wurde weder gespart noch kam es den Dienstnehmern zu Gute.

Auch vom Rest fließt ein immer größerer Teil nicht in beschäftigungsfördernde Sachinvestitionen, sondern wird auf dem Kapitalmarkt veranlagt oder für Unternehmensbeteiligungen verwendet. Im Jahr 2006 gingen rund 53 Prozent der Mittel, die von den Unternehmen als Investition ausgewiesen wurde, in Finanzinvestitionen.

Höhere Löhne sind drin
Auf Basis dieser Studie verlangt die Arbeiterkammer nun höhere Lohn- und Gehaltssteigerungen. Höhere Einkommen seien nötig, weil dadurch die Inlandsnachfrage und dadurch das Wirtschaftswachstum gefördert wird.




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