12. Dezember 2008 15:57

Fall Madoff 

Betroffene Fonds auch in Österreich verkauft

Investmentfonds des unter Milliarden-Betrugsverdachts stehenden US-Fondsmanager Madoff sind auch in Österreich auf den Markt gebracht worden.

Betroffene Fonds auch in Österreich verkauft
© AP

Dazu zählt vor allem die von der Bank Austria und auch der Erste Bank und Sparkassen vertriebene Primeo-Fondsfamilie, etwa der von Pioneer Alternative Investments aufgelegte Primeo Executive Fund USD.

Ob auch der in diesem Zusammenhang in Fachzeitschriften erwähnte Herald der Wiener Bank Medici auf von Madoff gemanagten US-Fonds basiert, konnte bisher nicht bestätigt werden. Bei der Bank Medici war für eine Auskunft am Freitag bisher noch niemand erreichbar. Die Strategie, die als Split-Strike-Conversation bezeichnet wird, sei jedoch dieselbe wie bei den anderen Madoff-Fonds, heißt es.

FMA "interessiert"
Auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) zeigt sich bereits an diesem neuen Mega-Betrugsfall interessiert. Derzeit sei es aber grundsätzlich noch zu früh, um die Auswirkungen auf österreichische Investoren und Finanzinstitute abschätzen zu können. Die genauen Umstände müssten erst recherchiert werden, hieß es auch aus einer Bank.

Primeo Executive Fund betroffen
Der Primeo Executive Fund wurde 2003 vom damaligen Bank Austria Worldwide Fund Management gegründet. Dieser setze die Strategie von Primeo Select und Primeo Select Euro fort, die für neue Investitionen geschlossen wurden, heißt es in der betreffenden Pressemitteilung. Das Mindestinvestment beträgt 50.000 US-Dollar in der US Dollar-Klasse und 50.000 Euro in der Euro-Klasse. Der Fonds veranlagt hauptsächlich über andere Investmentmanager, die Investmentgesellschaften bzw. Offshore-Investmentgesellschaften verwalten und in liquide US-Aktien, Indexoptionen oder Geldmarktprodukte investieren.

Festnahme wegen Millionen-Betrugs
Madoff war am Donnerstag in New York unter dem Verdacht des Milliarden-Betrugs festgenommen worden. Dem 70-jährigen wird vorgeworfen, mit einem Schneeball-System Investoren um 50 Milliarden Dollar betrogen zu haben. Madoff war einer der einflussreichsten Berater und Investoren an der New Yorker Börse und zeitweise Chef der Computerbörse Nasdaq. Ihm wird vorgeworfen mittels eines Hedge-Fonds ein Schneeball-System aufgebaut zu haben, bei dem Investoren hohe Gewinne versprochen werden, die zunächst mit dem Geld weiterer Anleger bezahlt werden. Madoff hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei.

Die von Madoff gemanagten Fonds waren untypisch und galten lange als Erfolgsgeschichte: Die Charts waren "wie mit dem Lineal gezogen, kein Knick, der darauf hindeutet dass an den Finanzmärkten weltweite Krisenstimmung herrscht", hieß es noch im Sommer 2008 in einer Fachzeitschrift.




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