08. September 2008 18:50

Kein Handel 

Blackout an Londoner Börse

Wie gewohnt öffnete die Londoner Börse um 7 Uhr - doch kurze Zeit später ging nichts mehr: Ein Systemausfall lähmte den Handel bis 15 Uhr.

Blackout an Londoner Börse

Die Londoner Börse LSE hat am Montag ihre größte Systempanne seit acht Jahren erlebt. Während die Verstaatlichung zweier US-Hypothekenfinanzierer rund um den Globus für ein Kursfeuerwerk sorgte, war der Handel am drittgrößten Aktienmarkt der Welt für den Großteil des Handelstages unterbrochen. "Es ist furchtbar. An einem Tag, an dem die ganze Welt auf die Finanzmärkte schaut, nicht handeln zu können, ist entsetzlich", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer äußerte die Vermutung, dass die London Stock Exchange (LSE) möglicherweise mit den großen Handelsvolumen überfordert war. Die Börse gab zunächst keine Gründe für die Unterbrechung.

Die LSE hatte am Morgen wie gewöhnlich um 07.00 Uhr GMT (09.00 Uhr MESZ) den Markt eröffnet und etwa vier Prozent höher tendiert. Da einige Börsianer jedoch über Verbindungsprobleme beim elektronischen Handel klagten, musste die Börse den Betrieb um 08.13 GMT einstellen, um die Benachteiligung einiger Akteure zu verhindern. Auch der Aktienmarkt im südafrikanischen Johannesburg musste den Handel unterbrechen, weil er die Plattform der LSE, TradElect, nutzt. Am Nachmittag erklärte die Londoner Börse dann, dass sich die Wiederaufnahme des Handels verzögere, da es mehr Zeit in Anspruch nehme, die Kunden wieder mit dem System zu verbinden. Um 15.00 GMT nahm die Börse den Handel wieder auf.

Die Verstaatlichung der schwer angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sorgte weltweit für Kursgewinne. In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Finanzkrise griffen Anleger am Montag vor allem bei Banken- und Versicherungswerten zu.




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