12. September 2007 14:36

Dreamliner-Probleme 

Boeing tauscht schlechte Bolzen aus

Wegen Zeitdruck wurde die neue 787 mit provisorischen Bolzen zusammengebaut. Diese müssen ausgetauscht werden.

Boeing tauscht schlechte Bolzen aus
© AFP

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat seinen Zulieferern die Schuld für die Verzögerung des Erstfluges seines 787 Dreamliner in die Schuhe geschoben. Nach wie vor gebe es zu wenig Aluminium- und Titan-Bolzen, da die Zulieferer die wachsende Nachfrage unterschätzt hätten, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Sein Unternehmen habe seit Monaten öffentlich über den Mangel an Bolzen für die 787 geredet, aber bis jetzt sei das Problem nicht völlig gelöst. "Die Versorgungskette holt nur allmählich auf."

Falsche Bolzen
Um die erste Neuentwicklung von Boeing seit zwölf Jahren rechtzeitig am 8. Juli 2007 - das Datum ergibt auf amerikanische Schreibweise die Typenbezeichnung 787 - der Öffentlichkeit zu präsentieren, hatte Boeing das Flugzeug mit gut tausend provisorischen Bolzen zusammengebaut. Der Flugzeugbauer ersetzt diese gerade mit festen.

Erstflug verschoben
Diese Arbeiten und den Einbau von Systemelementen machte Boeing in der vergangenen Woche für die Verschiebung des Erstfluges um drei Monate auf frühestens Mitte November verantwortlich.

Erinnerungen an Airbus
Dadurch waren Erinnerungen an das Desaster um den Airbus A380 wach geworden. Airbus hatte den Erstflug ebenfalls einige Male verschoben und schließlich wegen Produktionsschwierigkeiten den Auslieferungsplan nicht mehr einhalten können. Das kostete die Europäer mehrere Milliarden Euro.

Auslieferungs-Termin bleibt
Aus Angst vor Schadensersatzzahlungen hält Boeing trotz des neuen Termins für den Erstflug an dem Termin für die erste Auslieferung im Mai 2008 fest. Allerdings bleibt Boeing in der Zwischenzeit nur gut ein halbes Jahr für die umfangreichen Tests zur Zulassung des neuen, hauptsächlich aus Kohlefaser-Verbundteilen bestehenden Flugzeuges. McNerney räumte ein, dass dies ein ziemliches "aggressives" Vorhaben sei.

Großer Druck
Die Amerikaner stehen zudem unter Druck, da das Flugzeug mit über 700 Bestellungen ein recht erfolgreiches neues Modell ist und weitaus besser bei den Kunden ankommt als das Konkurrenzprodukt von Airbus, dem A350. Das neue Airbus-Modell soll erst 2013 und damit fünf Jahre später als die 787 auf den Markt kommen.




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