17. September 2008 14:35

Elektrobranche 

Boom der Flachbild-Fernseher

Die Elektrobranche boomt: Grund ist die Nachfrage für Flachbild-Fernseher. Jeder siebente Österreicher besitzt ein Flachbild-Gerät.

Boom der Flachbild-Fernseher

Nach einer längeren "Durststrecke" hat sich die heimische Elektrobranche wieder erholt: Die Bereiche Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte haben der Branche 2007 zehn Prozent mehr Umsatz eingebracht als noch 2006. Verantwortlich für dieses "gute Klima" ist vor allem die starke Nachfrage nach Flachbild-Fernsehern, sagte der Obmann der Fachgruppe Elektrohandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Aufsichtsratsvorsitzender der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), Wolfgang Krejcik, am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien.

Jeder siebente Österreicher mit Flachbild-TV
Momentan besitzt rund jeder Siebente Österreicher ein Flachbild-TV-Gerät. Die Nachfrage ist laut Krejcik ungebrochen. Insgesamt hat der Bereich Unterhaltungselektronik im vergangenen Jahr 1,1 Mrd. Euro umgesetzt. Im Bereich Haushaltsgeräte stehe das Thema Energiesparen "mehr als je zuvor im Mittelpunkt des Konsumenteninteresses", sagte der WKÖ-Obmann. Neben Flachbild-Fernsehern haben auch energiesparende Geräte den Umsatz angekurbelt.

Die Österreicher sind aber nicht nur beim Kauf der Elektrogeräte umweltbewusst, sondern auch bei der Entsorgung ihrer alten Geräte. Im Vorjahr haben Herr und Frau Österreicher knapp 7,7 kg Elektroaltgeräte pro Person gesammelt. Damit haben sie das EU-Sammelziel von 4 kg pro Kopf um mehr als 90 Prozent überschritten, hieß es heute bei der Jahrespressekonferenz der EAK. Österreich befindet sich im obersten Drittel der EU-Staaten, in denen am fleißigsten gesammelt wird. Noch umweltbewusster sind lediglich die Skandinavischen Länder.

West-Ost-Gefälle
Innerhalb von Österreich gab es auch im Vorjahr wieder ein "West-Ost-Gefälle". Die Tiroler haben im vergangenen Jahr mehr als 11 kg Elektroaltgeräte pro Einwohner gesammelt - im Osten, also in Wien, waren es nur knapp 5 kg. Während es in Tirol 256 Sammelstellen gibt, sind es in Wien nur 65. "Innerhalb vom Gürtel gibt es keine einzige Sammelstelle", sagte die Geschäftsführerin der EAK, Elisabeth Giehser. In Tirol müssten die Menschen nicht weit fahren, um zu einer Stelle zu gelangen, so ihre Begründung für das unterschiedliche Sammelergebnis zwischen Osten und Westen.

2007 wurden in Österreich mehr als 61,5 Millionen kg alter Elektro- und Elektronikgeräte aus privaten Haushalten von den Konsumenten bei den Sammelstellen abgegeben. Vom Inkrafttreten der Elektroaltgeräte-Verordnung Mitte 2005 bis Juli 2008 haben die Österreicher rund 200 Millionen kg Elektroaltgeräte gesammelt.

Am 26. September tritt die neue Batterie-Verordnung der EU in Kraft. Sie regelt, dass alle Letztvertreiber, also jedes Geschäft, das Batterien verkauft, in Zukunft alte Gerätebatterien, Knopfzellen und Akkus kostenlos zurücknehmen und ihre Kunden darüber informieren muss. Dadurch wird das Aufgabengebiet der EAK erweitert. Künftig wird die EAK auch für den Bereich Altbatterien verantwortlich sein. Für die Konsumenten selbst werde sich aber nichts ändern, zumal die Batteriensammlung in Österreich bereits seit mehr als 15 Jahren etabliert sei.




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