17. November 2008 11:10
Die Zeit von Wiens legendärer englischsprachiger Buchhandlung, dem "British
Bookshop" in der Inneren Stadt, ist abgelaufen: Das Unternehmen musste den
Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens beim zuständigen Handelsgericht
Wien stellen. Das Gleiche gilt für die Muttergesellschaft "Georg Prachner
Buchhandels GesmbH", wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Montag
mitteilte.
Liquidation beider Unternehmen
Beim British Bookshop belaufen
sich die Aktiva auf 84.500 Euro, denen Schulden in Höhe von 734.900 Euro
gegenüberstehen. Hier sind 173 Gläubiger betroffen. Bei der
Muttergesellschaft belaufen sich die Schulden auf 1,13 Mio. Euro, wobei die
Aktiva mit 53.800 Euro beziffert werden und 569 Gläubiger involviert sind.
Beide Gesellschaften beabsichtigen, ihr Unternehmen nicht fortzuführen. Auch
ein Zwangsausgleich wird nicht angestrebt, weshalb beide Unternehmen ihre
Zustimmung zu einer Schließung im Konkurs erteilt haben. "Es wird daher zu
einer Liquidation beider Unternehmen kommen", so der KSV in seiner
Aussendung.
Umsatzeinbruch im Buchverkauf
Als Ursache für die Insolvenz
werden ein Umsatzeinbruch im Buchverkauf angegeben, der nicht zuletzt mit
der Konkurrenzsituation der Buchhandelsketten und der Versandhandelsanbieter
im Internet zu tun habe. Eröffnet wurde der British Bookshop im Jahr 1974,
wobei er aus einem Leseraum hervorging, der nach dem Zweiten Weltkrieg von
der Britischen Botschaft ins Leben gerufen worden war.
1994 übersiedelte die Buchhandlung in das derzeitige Geschäftslokal in der
Weihburggasse und wurde 1998 an die Buchhandlung Prachner verkauft. Nach
eigenen Angaben gehört man zu den größten englischsprachigen Buchhandlungen
auf dem Kontinent. Über zwei weitere Beteiligungen der Muttergesellschaft,
die "P & G Prachner & Godai Verlagsauslieferung Ges.m.b.H." und die "Godai
Buchhandel Gesellschaft m.b.H" ist bereits in den vergangenen Wochen das
Konkursverfahren eröffnet worden.