03. November 2008 08:18

Über 8 Mrd Euro 

Commerzbank nimmt Staatshilfe in Anspruch

Die Commerzbank nutzt das Rettungspaket der Bundesregierung. Aus dem Sonderfonds will das Institut 8,2 Milliarden Euro.

Commerzbank nimmt Staatshilfe in Anspruch
© Reuters

Nach der angeschlagenen Hypo Real Estate nimmt auch die Commerzbank staatliche Milliardenhilfe in der globalen Finanzkrise in Anspruch. Das Institut vereinbarte mit dem von der deutschen Bundesregierung eingerichteten Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) eine Kapitalspritze in Form einer "stillen Einlage" über 8,2 Mrd. Euro sowie die zusätzliche Option einer Garantie für Schuldverschreibungen über 15 Mrd. Euro.

"Wir haben das Maßnahmenpaket der Bundesregierung von Anfang an begrüßt", erklärte Vorstandssprecher Martin Blessing. "Wir machen von den Instrumenten des Pakets Gebrauch, weil dies gut für die Bank, ihre Mitarbeiter und Kunden ist." Damit sichere die Commerzbank ihre Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich ab. Die Kapitalzufuhr in Form stiller Einlagen trage auch den Interessen der Aktionäre Rechnung.

Berlin zeigt sich zufrieden
Die deutsche Bundesregierung begrüßte die Ankündigung: "Das stärkt die Bank und schützt Anteilseigner und Arbeitnehmer genauso wie die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft", erklärte der Sprecher des deutschen Finanzministeriums, Torsten Albig, der AP in Berlin. Er sprach von einem "verantwortungsvollen Schritt der Commerzbank, sich unter den Rettungsschirm des Sondervermögens zu stellen".

Das dritte Quartal schloss die Commerzbank mit einem Konzernergebnis von minus 285 Mio. Euro und einem operativen Ergebnis von minus 475 Mio. Euro ab. Für die ersten neun Monate 2008 ergab sich ein Konzerngewinn von 0,9 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis von 444 Mio. Euro. "Die ersten neun Monate des Jahres zeigen, dass unser Geschäftsmodell auch in schwierigen Märkten trägt", sagte Blessing.

Keine weitere Gewinnprognose
Das Institut traut sich angesichts der massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten keine Gewinnprognose mehr zu. "Die dramatischen Verwerfungen der letzten Wochen haben erneut gezeigt, dass verlässliche Prognosen für das Gesamtjahr 2008 im derzeitigen Umfeld nicht möglich sind. Auch 2009 wird uns vor Herausforderungen stellen", sagte Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz am Montag in Frankfurt.

Bankchef Martin Blessing geht aber davon aus, dass das Institut dieses Jahr einen Gewinn erwirtschaften wird. Nach neun Monaten wies die Commerzbank einen Nettogewinn von rund 900 Mio. Euro aus. Blessing hatte bisher für 2008 einen Gewinn auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt.




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