13. September 2007 15:06

BAWAG-Prozess 

Computerproblem vernichtete Flöttls Unterlagen

Die "verschwundenen" Dokumente über die Verluste wurden durch einen Hardware-Fehler zerstört, so ein Ex-Flöttl-Mitarbeiter.

Computerproblem vernichtete Flöttls Unterlagen
© APA

Im BAWAG-Prozess hat am 26. Verhandlungstag, dem Donnerstag ein ehemaliger, langjähriger Mitarbeiter des Investmentbankers Wolfgang Flöttl, David Worsfold, ausgesagt. Der 36-Jährige Brite hat erklärt, wieso die Unterlagen über die Verlustgeschäfte von Flöttls Firma Ross Capital verschwunden sind.

Hardware-Problem
Die Geschäfte seien zwar schon im Computer der Firma dokumentiert gewesen, ein Hardware-Versagen nach dem Jahr 2000, als die Firma ihren Betrieb eingestellt hatte, habe aber die Daten vernichtet, gab Worsfold an. Der Fehler konnte nicht behoben werden. Und auch die Sicherungskopien waren leer und beschädigt.

Elsner war auf Omofuma-Demo
Die frühere Beteiligungen-Chefin der BAWAG, Ingrid Winter-Reumann, konnte an ihrem ehemaligen Chef durchaus gute Seite entdecken. Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner sei zwar sehr aufbrausend gewesen, aber: "Er ist mit mir zur Omofuma-Demo gegangen", erinnerte sich Winter-Reumann.

Der nigerianische Schubhäftling war damals im Zug seiner Abschiebung im Flugzeug erstickt, die Beamten hatten ihm den Mund verklebt.

Großveranlagungsgrenze immer problematisch
Die Großveranlagungsgrenze sei in der BAWAG immer ein Problem gewesen, so Winter-Reumann. Ihrer Ansicht nach hätten die Stiftungen zusammengezählt gehört. Der damalige Vorstand Johann Zwettler habe das aber anders gesehen. 2001 habe sie dann erstmals von den großen Verlusten gehört. Aber sie habe aus Sorge um die Bank nichts von ihrem Wissen nach außen getragen.




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