28. Februar 2009 03:31

Schaeffler-Krise 

Conti-Aktie auf 7-Jahres-Tief

Die Verunsicherung um die Zukunft des Großaktionärs Schaeffler hat am Dienstag die Aktien von Continental unter starken Verkaufsdruck gesetzt.

Conti-Aktie auf 7-Jahres-Tief

Die im MDax notierten Papiere des Autozulieferers fielen um bis zu 21,3 Prozent auf ein Siebeneinhalb-Jahres-Tief von 10,11 Euro.

"Auf der einen Seite ist die Bereitschaft der Familie Schaeffler, Anteile an ihrem Unternehmen abzugeben, positiv", sagte ein Händler. Denn dadurch könne die Verschuldung des Konzerns reduziert werden. "Auf der anderen Seite ist dies ein Zeichen für die prekäre Lage von Schaeffler.

Dies schürt Verunsicherung über die Zukunft sowohl der Schaeffler-Gruppe als auch von Conti." Die Familie Schaeffler zur Rettung des Konzerns bis zu drei Viertel ihrer Anteile verkaufen.

Tauziehen um Sperrminorität bei Schaeffler
Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg könnten das Sagen bei ihrer in Schieflage geratenen Unternehmensgruppe verlieren. "Die Banken wollen die Kontrolle über Schaeffler", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Finanzkreisen. Dabei könnte es für die Eignerfamilie sogar auf eine Beteiligung von unter 25 Prozent hinauslaufen.

Die Familie will aber bei einer Trennung von Anteilen nicht unter die Räder kommen. Georg Schaeffler: "Es ist unser Ziel, als wesentlicher Ankerinvestor die Zerschlagung des Unternehmens Conti/Schaeffler zu verhindern und die Arbeitsplätze zu erhalten. Dazu müssen wir auch die unternehmerische Verantwortung entsprechend ausüben können. Das umfasst mehr als die mit einer Sperrminorität verbundenen Rechte." Die künftige Beteiligungshöhe stehe allerdings noch nicht fest. "Der konkrete Anteil hängt entscheidend von der Bewertung des Unternehmens ab, die wiederum ganz wesentlich durch die strategischen Zukunftspotenziale bestimmt wird."

Die von der Familie beanspruchte Sperrminorität sei angesichts der tiefen Krise des Unternehmens möglicherweise "Wunschdenken", sagte ein Banker. Die Schaeffler-Gruppe hat sich an der zehn Mrd. Euro teuren Übernahme des dreimal größeren Rivalen Continental im Sommer verhoben und muss nun dringend die Schuldenlast abbauen, um einen Kollaps zu verhindern.

Ein anderer Banker sagte jedoch, eine Komplettentmachtung sei nicht sinnvoll, da die Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler als Integrationsfigur für Kunden und Mitarbeiter erhalten bleiben solle. Die IG Metall tritt in Sorge um die Sicherheit von Arbeitsplätzen ebenfalls für eine bedeutende Rolle der Schaeffler-Familie ein.




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