26. Oktober 2009 18:03

Schwere Vorwürfe 

Datenskandal um deutsche Postbank

Das Unternehmen soll mit den Kontodaten seiner Kunden leichtfertig umgegangen sein.

Datenskandal um deutsche Postbank
© AP

Die Postbank ist ins Visier der Datenschützer geraten. Mitarbeiter der Behörde überprüften den Umgang des Instituts mit vertraulichen Kontodaten, sagte eine Sprecherin der Datenschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen am Montag. Es habe einige Beschwerden von Kunden gegeben. Insbesondere werde untersucht, ob freie Berater Kontobewegungen einsehen konnten. Dies sei selbst dann unzulässig, wenn ein Kunde eine Einwilligungserklärung der Postbank zur Weitergabe von Daten unterschrieben habe.

Die "Stiftung Warentest" wirft der Postbank vor, dass sie Daten ihrer Kunden über deren Vermögenslage und Kontobewegungen an Tausende freie Berater weitergegeben habe, um den Verkauf hauseigener Produkte anzukurbeln. Die Berater bräuchten lediglich den Namen und das Geburtsdatum von Kunden in eine Unternehmensdatenbank eingeben, um detaillierte Informationen zu erhalten.

Postbank wehrt sich
Die Postbank weist den Vorwurf zurück. Das von der "Stiftung Warentest" dargestellte Verfahren entspreche nicht den Tatsachen, erklärte das Institut. Die Weitergabe von Daten an freie Handelsvertreter erfolge "unter strengster Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen." Die Finanzberater erhielten nur Zugriff auf Daten, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigten. Ein generelles Herunterladen von Daten sei technisch nicht möglich. Sollte es jedoch zu Verstößen gekommen sein, werde die Postbank strafrechtliche Schritte einleiten.

Insgesamt hat die Postbank mehr als 14 Millionen Kunden. Das in Bonn ansässige Institut gehört zu gut einem Viertel der Deutschen Bank, die eine Komplettübernahme anstrebt.




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