16. März 2009 15:49

US-Staatshilfe 

Deutsche Bank bekommt 12 Mrd. US-Dollar

Die Bank ist Nutznießer der US-Staatshilfen für Versicherer AIG.

Deutsche Bank bekommt 12 Mrd. US-Dollar
© dpa/Lukas Barth

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Nutznießern der Milliardenhilfen der US-Regierung für den Versicherungskonzern AIG. Deutschlands größte Privatbank erhielt als Folge von Finanzgeschäften mit dem Versicherer nach dessen Beinahe-Kollaps im September rund 11,8 Mrd. Dollar (9,05 Mrd. Euro), wie AIG am Sonntag mitteilte. Auch viele andere Banken weltweit hätten Zahlungen von AIG bekommen.

Goldman Sachs & Societe Generale
Höhere Summen als die Deutsche Bank erhielten nur die US-Investmentbank Goldman Sachs mit 12,9 Mrd. Dollar und die französische Societe Generale mit 11,9 Mrd. Dollar, wie aus einer von AIG veröffentlichten Liste mit den zwischen September und Dezember 2008 ausbezahlten Geschäftspartnern hervorgeht.

Kredite fielen aus
Die Deutsche Bank und die anderen Kreditinstitute waren Kunden von AIG. Sie sicherten sich bei dem Konzern gegen Ausfallrisiken bei Krediten oder anderen Finanzprodukten ab. Nach der Verschärfung der Finanzkrise seit September fielen viele Kredite aus, getroffen wurden auch viele an diese Kredite gekoppelte Wertpapiere. Daher wurden Versicherungszahlungen von AIG an seine Kunden in hohem Umfang fällig, was den US-Konzern in finanzielle Bedrängnis brachte.

"Transparenz"
AIG begründete die Veröffentlichung der Liste mit der Notwendigkeit, "bei der Verwendung öffentlicher Gelder ein hohes Maß an Transparenz zu bewahren". Die Veröffentlichung der Liste sei mit der US-Zentralbank abgesprochen worden. Die Rettung von AIG durch Steuergelder in Milliardenhöhe ist in den USA heftig umstritten. Regierung und US-Notenbank rechtfertigten sie damit, dass eine Pleite verheerende Folgen auf das internationale Finanzsystem gehabt hätte.

Kürzungen der Premien
Das US-Finanzministerium kündigte unterdessen eine Kürzung der Prämienzahlungen für das Management des Versicherungsriesen an. Finanzminister Timothy Geithner habe die leistungsabhängigen Zahlungen an das AIG-Management für das Krisenjahr 2008 "reduziert", in den Verhandlungen jedoch nicht weiter gehen können, sagte Regierungsberater Lawrence Summers. Geithner habe mit Nachdruck verhandelt. Da die Bonuszahlungen jedoch vertraglich vereinbart worden seien, seien die Möglichkeiten der US-Regierung begrenzt.

"Empörende Situation"
Die ganze Situation bei AIG ist empörend, sagte Summers mit Blick auf die Bonuszahlungen für die AIG-Führung. Am Wochenende hatte die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, dass AIG trotz seines Rekordverlustes im vergangenen Jahr Prämien in Höhe von 450 Mio. Dollar zahlen will.

"Größter Verlust der US-Geschichte"
Seit September hat der Versicherungsriese American International Group rund 180 Mrd. Dollar an Staatshilfen erhalten und wurde dafür unter staatliche Kontrolle gestellt. Anfang März gab AIG bekannt, Ende 2008 den größten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte gemacht zu haben. Das Unternehmen, das mit voller Wucht von der Finanzkrise getroffen wurde, verlor allein im vierten Quartal 2008 rund 61,7 Mrd. Dollar. Das Minus im Gesamtjahr 2008 betrug Konzernangaben zufolge rund 100 Mrd. Dollar. AIG bietet Versicherungsleistungen für rund 100.000 Kunden in 130 Ländern




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