03. Oktober 2007 22:11

Jahresziel bleibt 

Deutsche Bank trotz Mrd.-Belastungen mit Gewinn

Die Kreditkrise belastet die Deutsche Bank mit 2,2 Mrd. Euro. Trotzdem bekräftigt das Institut die Prognose für einen Jahresgewinn von 8,4 Mrd. Euro.

Deutsche Bank trotz Mrd.-Belastungen mit Gewinn
© AP

Die weltweite Finanzkrise kostet die Deutsche Bank im dritten Quartal insgesamt 2,2 Mrd. Euro. Dennoch erwartet das größte deutsche Geldhaus für Juli bis September einen höheren Nettogewinn als im Vorjahresquartal. Bankchef Josef Ackermann bekräftigte am Mittwoch trotzdem die Prognose für den Jahresgewinn von 8,4 Mrd. Euro.

Allein 700 Mio. Euro der Belastungen stammen aus der Neubewertung von Kreditzusagen für Übernahmen, wie die Deutsche Bank mitteilte. Die restlichen 1,5 Mrd. Euro resultierten aus dem Geschäft mit strukturierten Kreditprodukten, verbrieften Wohnungsimmobilien sowie aus dem Handel mit festverzinslichen Produkten und Aktien. Der Unternehmensbereich Corporate Banking & Securities werde deshalb einen Verlust vor Steuern zwischen 250 und 350 Mio. Euro ausweisen.

Jahresziel bleibt
Unter dem Strich erwartet das Institut im dritten Quartal einen Nachsteuergewinn von 1,4 Mrd. Euro. Das ist ein Sechstel mehr als im Vorjahresquartal. "Trotz eines herausfordernden Quartals für unsere Investmentbankingeinheiten zeigten unsere 'stabilen' Geschäftsfelder weiterhin eine gute Leistung", erklärte Ackermann. "Nach der Phase der Marktkorrektur sehen wir wieder substanzielle Möglichkeiten im Investmentbanking." Die Bank halte daher an ihren Jahreszielen fest. Die endgültigen Zahlen zum gerade abgelaufenen dritten Quartal will das Geldhaus am 31. Oktober vorlegen.

Die Aktionäre freuten sich über die Offenheit der Deutschen Bank. Die Aktie legte nach der Mittelung deutlich zu und führte mit einem Plus von mehr als zwei Prozent auf 95,44 Euro die Gewinnerliste im Dax an. Auch andere Finanzwerte legten im Feiertagshandel deutlich zu.

Die Deutsche Bank hatte bereits Anfang September als eine der ersten Großbanken Angaben zu den Kreditzusagen für Übernahmen gemacht. Rund 29 Mrd. Euro müsse die Bank angesichts der Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten nun neu bewerten, was zu Abschreibungen führe, hatte Ackermann gesagt. Er hatte in einem Fernsehinterview eingeräumt, dass die Bank zu risikofreudig Finanzierungszusagen gemacht habe.

Druck wächst
Der Druck auf das Institut, mehr Details zu den Belastungen zu präsentieren, war nach den Gewinnwarnungen von Citigroup und UBS Anfang der Woche stark gewachsen. Die Schweizer Großbank UBS stellte wegen milliardenschwerer Abschreibungen den ersten Quartalsverlust seit neun Jahren in Aussicht. Insgesamt 2,4 Mrd. Euro muss das Institut wertberichtigen. Im Investmentbanking sollen deshalb vor allem in den USA und in London etwa 1.500 Stellen wegfallen. Die Citigroup erwartet angesichts der durch die Probleme am US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen ausgelösten Finanzkrise einen Gewinnrückgang von 60 Prozent.




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