01. Oktober 2007 16:29

Bahnverkehr 

Deutsche Lokführer streiken am Freitag

Bahn AG lehnt weitere Angebote im Lohnstreit ab: "Lassen uns nicht erpressen"

Deutsche Lokführer streiken am Freitag
© AFP

Die deutschen Lokführer machen noch in dieser Woche ernst. Mit einem bundesweiten Streik will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den Bahnverkehr am Freitag lahmlegen, um in dem monatelang schwelenden Streit doch noch einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal zu erzwingen. "Wir sehen kein andere Chance mehr", sagte GDL-Chef Manfred Schell am Montag in Frankfurt. Die kleinste der drei Konzern-Gewerkschaften will ihre Kraft aber gut dosieren. Wann und wie lange es zu Zugausfällen und Verspätungen kommen wird, will sie am Donnerstag bekanntgeben. Reisende und Firmen können sich nun aber schon im Voraus nach Alternativen umsehen und ihre Pläne ändern.

"Lassen uns nicht erpressen"
Die Deutsche Bahn AG hat weitere Angebote im Tarifstreit der Lokführer abgelehnt. "Wir lassen uns nicht erpressen", sagte Personalchefin Margret Suckale am Montag in Berlin. Es gehe nicht an, dass einer kleinen Gruppe von 8.000 Streikwilligen eine Sonderstellung eingeräumt werde.

Züge sollen trotzdem fahren
Die Bahn ist jedenfalls besser vorbereitet als Anfang Juli bei einem ersten Nadelstich der GDL, als ein Warnstreik einen ganzen Tag Durcheinander anrichtete. "Die Eisenbahn wird nicht stehenbleiben", versicherte Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch, noch bevor die GDL das Streikdatum genannt hatte. Im Regionalverkehr sollen selbst bei einem längeren Ausstand mindestens die Hälfte der Züge rollen, im Fernverkehr zudem möglichst viele ICE. Um einen eingeschränkten Betrieb zu sichern, sollen streikwillige Lokführer im Dienstplan frei bekommen, einsetzbar sind auch Beamte. Verspätungen dürften sich aber nicht vermeiden lassen, erwarten auch die Planer der Bahn - freitags fahren immer viele Wochenendpendler, dazu kommt der Beginn der Herbstferien in vier Bundesländern

Güterverkehrs-Vorstand Norbert Bensel griff die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) scharf an. Es sei ihr offensichtlich "egal, was mit den Arbeitsplätzen bei der Bahn geschieht". Es gebe bereits erste Verlagerungen von Schienentransporten auf die Straßen. Rausch und Bensel erklärten übereinstimmend, dass das in der vergangenen Woche vorgelegte dritte Angebot der Bahn an die GDL, das etwa zehn Prozent mehr Verdienst ermöglicht, an der äußersten Grenze zur Wettbewerbsfähigkeit der Bahn liege.




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