02. September 2009 13:48

Ansturm bis zuletzt 

Deutsche Schrottprämie aufgebraucht

Mit fünf Mrd. Euro vom Staat wurden rund 2 Mio. Autos ersetzt.

Deutsche Schrottprämie aufgebraucht
© AP

Der Fünf-Milliarden-Etat Deutschlands für die Verschrottungsprämie ist aufgebraucht. Rein statistisch sind damit rund zwei Mio. Altautos verschrottet und durch neue ersetzt worden. Das deutsche Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn teilte am Mittwoch mit, um 10.14 Uhr sei der letzte Antrag gestellt worden. Fachleute gehen nun davon aus, dass die Autobauer erst recht mit hohen Rabatten um die Kundschaft werben werden.

Positive Bilanz
Die Bilanz des BAFA zur sogenannten Abwrackprämie fiel positiv aus: "Die Umweltprämie hat sich zu einer effektvollen Stütze zur Stabilisierung der deutschen Konjunktur entwickelt. Sie zählt mit zu den bisher wirksamsten Maßnahmen des Konjunkturpakets II", erklärte BAFA-Präsident Arnold Wallraff. 15.000 weitere Antragsteller können ab Donnerstag (09.00 Uhr) unter www.ump.bafa.de einen Online-Antrag stellen und sich damit für die Warteliste registrieren. Anschließend wird das Online-Portal geschlossen.

Wer sich dort einträgt, kann noch zum Zuge kommen, falls bereits gestellte Anträge abgelehnt werden und damit wieder Mittel frei würden. "Sollten nachträglich keine Mittel mehr frei werden, erhalten die Antragsteller einen Ablehnungsbescheid", schrieb das Wirtschaftsministerium.

Ansturm bis zuletzt
Der Ansturm auf die Prämie hielt bis zuletzt an. Um 07.30 Uhr war noch Geld für 4.382 Anträge da, Montagmittag hatten noch knapp 38.000 Antragsteller eine Chance auf die 2.500 Euro Prämie.

Rabattflut
Wer nicht zum Zuge kam, kann sich nach Experteneinschätzung aber auf weiterhin hohe Rabatte in Deutschland einstellen: Der Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisberg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, erwartet in nächster Zeit eine regelrechte Rabattflut. Es werde sehr schwer werden, "dem deutschen Autokäufer zu sagen, dass ein neuer Golf 'nur' mit 30 Prozent Rabatt oder gar 20 Prozent Rabatt gekauft werden kann".

Lafontaine fordert
Derweil forderte Linken-Chef Oskar Lafontaine nach dem Auslaufen der Verschrottungsprämie ein drittes Konjunkturpaket, das vor allem Geringverdiener stützen solle. Lafontaine kritisierte, die deutsche Bundesregierung habe bisher kein Konzept vorgelegt, wie sie dem Nachfrageausfall nach dem Ende der Abwrackprämie begegnen wolle. Das sei angesichts von 90.000 in der Branche bedrohten Arbeitsplätzen unverantwortlich.




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