04. Jänner 2007 16:00

Österreichs Konzerne 

Die Rekord-Bilanz 2006

Im Vorjahr verdienten Österreichs Topkonzerne fast 7,5 Mrd. Euro – so viel wie noch nie. Auch für 2007 sind die Aussichten gut.

Die Rekord-Bilanz 2006
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Österreichs Konzerne sind nicht zu bremsen: Für das abgelaufene Geschäftsjahr sind die Gewinne der Unternehmen im Börse-Leitindex ATX bereits zum fünften Mal in Folge auf ein Rekordhoch gestiegen. Fast 7,5 Milliarden Euro (früher: über 100 Milliarden Schilling) werden die 20 Top-Unternehmen für 2006 als Nettogewinn ausweisen.

Das ergeben die aktuellen Prognosen heimischer und internationaler Analysten. Die Zahlen in den endgültigen Bilanzen im Frühjahr werden sich davon kaum unterscheiden.

Gegenüber 2005 verdienten die Unternehmen im Schnitt um 23 Prozent mehr. Die Kassen klingelten dementsprechend auch bei den Anlegern: der ATX legte 2006 um 21,7 Prozent zu.

Die größten (Dazu)Gewinner

topunternehmen

Ostbanker ist top
Spitzenreiter beim Gewinnzuwachs ist mit 198 Prozent Raiffeisen International. Boss Herbert Stepic. hat zwar auch durch den Verkauf einer Tochterbank in der Ukraine überdurchschnittlich profitiert. Aber selbst ohne diesen Sondereffekt, der auf rund 400 Millionen geschätzt wird, hätte Stepic den Überschuss knapp verdoppelt. Heuer soll es weiter nach oben gehen, allerdings langsamer.

In absoluten Zahlen ist OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer der Gewinnkaiser. Der Erdöl- und Erdgaskonzern wird für 2006 fast 1,5 Milliarden Euro Nettoprofit verbuchen. Wie bei den österreichischen Banken lässt auch bei der OMV das Osteuropageschäft die Gewinne sprudeln. Durch die Integration der rumänischen OMV-Tochter Petrom und die starke Nachfrage nach Öl verdiente Ruttenstorfer um 17 Prozent mehr als im Jahr davor.

Öl-Boom
Vom Energie-Boom profitiert auch der Ölfeldausrüster Schoeller Bleckmann. Das Ternitzer Unternehmen liefert hochwertiges Bohrgerät für die Suche nach Erdöl. Im ÖSTERREICH-Gewinn-Ranking bringt das mit einem Zuwachs von 78 Prozent auf 30,8 Millionen Euro Jahresgewinn immerhin Platz 3.

Rang 2 geht an Zumtobel. Nach dem enttäuschenden Börsestart im Frühjahr endet das Geschäftsjahr für den Vorarlberger Leuchten-Hersteller höchst erfreulich: mit einem um 85 Prozent höheren Gewinn.

Im starken Mittelfeld mit Gewinnsprüngen zwischen 20 und 40 Prozent liegen Wiener Städtische, die Telekom Austria, Uniqa, Andritz und Erste Bank.

Strom-Duell
Auffallend ist die unterschiedliche Entwicklung der Strom-Konzerne. Verbund-Boss Hans Haider schließt sein letztes Arbeitsjahr mit einem Traumergebnis ab. 550 Millionen Euro (plus 57 Prozent) bedeuten erneut Rekordprofit. Dagegen muss EVN-Boss Burkhard Hofer den Analysten-Berechnungen zufolge wahrscheinlich sogar einen Gewinnrückgang verkraften.

Mega-Verlust
Total abgestürzt ist nur ein einziges ATX-Unternehmen: Der Internet-Glückspielanbieter Bwin. Der muss für 2006 einen Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro verdauen. Grund dafür ist der enorme Abschreibungsbedarf für die erst im Frühjahr 2006 erworbene Tochter Ongame. In deren Hauptmarkt USA wurde das Online-Glückspiel defacto verboten. 2007 ist bei Bwin aber wieder Land in Sicht. Aktienexperten erwarten nach dem Megaverlust einen Gewinn von rund 31 Millionen Euro.

Ausblick 2007
Insgesamt werden sich die Anleger an der Wiener Börse ebenfalls weiterhin über steigende Gewinne freuen dürfen. Allerdings werden die Zuwächse moderater ausfallen. Für die 20 Werte des ATX prognostizieren die Banker ein Jahresüberschuss von 8,3 Milliarden Euro. Damit liegt der Anstieg bei über zwölf Prozent. Die Zeit der Gewinnrekorde geht also auch in diesem Jahr weiter.




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