14. Dezember 2009 17:57

Brüder straucheln 

Die Soravias brauchen 20 Mio Euro

Weil der Immomarkt in Osteuropa zusammengebrochen ist, haben die Unternehmer Hanno und Erwin Soravia akute Liquiditätsprobleme.

Die Soravias brauchen 20 Mio Euro
© APA/ Artinger

Dass es im Firmenreich der Brüder Hanno und Erwin Soravia an allen Ecken und Enden kracht, macht schon länger die Runde. Sorgenkind ist vor allem die Immobiliensparte des Soravia-Konzerns – schließlich befindet sich rund die Hälfte der Projekte in Osteuropa, wo die Märkte komplett zusammengebrochen sind.

420 Mio. Euro Schulden
Um die Geschäfte stabil weiterführen zu können, brauchen die Soravias schnell 20 Mio. Euro zur Liquiditäts­sicherung, berichtet das Magazin trend. Immerhin belaufen sich die Gesamtverbindlichkeiten der Gruppe auf 420 Mio. Euro, wovon rund 350 Mio. auf den Immobilienbereich entfallen. Das rasch benötigte 20-Mio.-Euro-Paket werde gerade geschnürt, bestätigt Erwin Soravia. Mindestens die Hälfte werde von der Gruppe selbst kommen, über den Rest verhandele man mit den Gläubigerbanken.

Hilton ganz an RZB
Schon vor einem Jahr hatten die Soravias 75 % des Wiener Hilton-Hotels an die RZB verkauft. Das war – am Höhepunkt der Immokrise – bereits als Notverkauf interpretiert worden. Jetzt sollen auch die verbliebenen 25 % an die RZB abgegeben werden, was „mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag“ bringen soll.

Verkäufe
Heuer haben die Brüder bereits einige Beteiligungen versilbert, etwa den 44-%-Anteil an dem von ihnen entwickelten Büropark Town Town in Wien-Erdberg und die Anteile an der Kindererlebniswelt Minopolis, die Millionen versenkte. Zuletzt wurde Ende November der Verkauf der bulgarischen Mineralwasserfirma Devin für über 12 Mio. Euro fixiert. Nicht zur Disposition steht die Cash Cow der Gruppe, die 26-%-Beteiligung am Auktionshaus Dorotheum.

Neue Projekte
Die Unternehmerlaune lassen sich Hanno Soravia (49) und sein 7 Jahre jüngerer Bruder Erwin keinesfalls verderben. Gemeinsam mit Partnern sind neue Projekte in der Pipeline – darunter die Entwicklung des ehemaligen Hauptzollamts, eine Seniorenresidenz im 8.Wiener Bezirk und ein Radisson-Hotel in Belgrad.




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