12. März 2008 17:14

Hintergrund 

Die Stärke des Euro ist eine Schwäche des Dollars

Schrumpfender Zinsvorteil, Krise am Immobilienmarkt Angst vor Rezession und hoher Ölpreis als Ursachen.

Die Stärke des Euro ist eine Schwäche des Dollars
© APA

Der Euro hat am Mittwoch ein historisches Hoch aufgestellt: Erstmals kostete er 1,55 Dollar. Schon seit einigen Jahren ist die Gemeinschaftswährung an den Devisenmärkten kaum zu bremsen. Dennoch sprechen Experten nicht von einer Euro-Stärke, sondern einer Dollar-Schwäche. Die Flucht der Anleger aus der Weltwährung hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen.

Schrumpfender Zinsvorteil
Derzeit gilt der schrumpfende Zinsvorteil der US-Währung zum Euro als ein wesentlicher Faktor für die Schwäche des Dollar. Die US-Notenbank hat im Sommer vorigen Jahres auf dem Höhepunkt der Subprime-Krise eine Zinssenkungsrunde eingeläutet. Seither befinden sich die Zinsen fast im freien Fall: von 5,25 Prozent sanken sie auf 3,00 Prozent, und schon für März wird die nächste Zinssenkung um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent eingepreist. Dagegen sind die Leitzinsen in der Euro-Zone mit vier Prozent stabil.

Direkter Auslöser für die Zinssenkungen in den USA war im Sommer die Krise am Immobilienmarkt, wo seit Monaten die Preise auf Talfahrt sind. Viele Amerikaner haben ihren Konsum in den vergangenen Jahren auf Pump finanziert. Häufig wurden auf den ersten Blick günstige Hypotheken dafür aufgenommen, die nun überteuert zurückgezahlt werden müssen. Für den Konsum bleibt da nicht mehr allzu viel übrig. Somit schlägt die Krise am Häusermarkt auf die Konjunktur durch.

Angst vor Rezession
Die Angst vor einer Rezession macht seit einigen Monaten die Runde. Da zudem die Preise in den USA weiter steigen, fürchten viele Anleger auch eine Stagflation - lahmende Konjunktur bei hoher Inflation.

Zu den Inflationsgefahren trägt auch der hohe Ölpreis bei, der in den USA wie hierzulande den Benzinpreis in die Höhe treibt. Dies schlägt sich wiederum negativ im Kaufverhalten der Verbraucher nieder und belastet so die Konjunktur. In den USA tragen die Konsumenten zwei Drittel der Wirtschaftsleistung.




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