12. Juni 2007 19:34

ispo-Messe 

Die Wintersport-Trends mit neuem Titel

Von Handy-Handschuh bis iPod-Jacke: Die Zukunft des Wintersports wird auf der Münchner Sportartikelmesse ispo präsentiert.

Die Wintersport-Trends mit neuem Titel
Die Wintersport-Trends mit neuem Titel

Noch macht die Sportartikelbranche auf Schönwetter. Der schneearme Winter sei nicht Folge des Klimawandels, sondern ein Wetterphänomen. "In den letzten Jahrzehnten hatten wir immer wieder einmal einen schwachen Winter", sagt Siegfried Paßreiter vom Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie.

Ablösung des Carving-Skis
Dennoch gibt dieser Winter Herstellern und Händlern einen Vorgeschmack auf das, was bald öfter vorkommen dürfte: Zum Weihnachtsgeschäft waren die meisten Pisten grün, die Skier lagen wie Blei in den Regalen. Die Zukunft der Skiindustrie ist daher auf der Sportartikelmesse ispo (noch bis 7. Februar) eines der zentralen Themen. Dabei will die Industrie auch Nachfolger des Carving-Skis präsentieren und so einen Schub auslösen.

Unabhängiger vom Schnee
Rund vier Millionen Paar Alpin-Ski verkaufen die Hersteller im Jahr. Dabei sind sie stark von der Witterung abhängig. Im November und Dezember brach der Absatz vielerorts um die Hälfte ein. "Wir machen uns nicht erst seit diesem Winter Gedanken, wie wir auf einen möglichen Klimawandel reagieren", sagt Gregor Dietachmayr vom drittgrößten Skihersteller Fischer. Auch die Sporthändler sehen Handlungsbedarf. So betont Geschäftsführer Andreas Rudolf vom Einkaufsverbund Sport 2000: "Wir müssen unabhängiger werden vom Wetter."

Die Wintersport-Neuheiten

slideshowstarten

Ausbau des Modeangebots
Denn laut Experten dürften sich Wetterextreme in den nächsten Jahren häufen. Er setze auf einen Ausbau der Marke und des Modeangebots, um vom Schnee unabhängiger zu werden, sagt Rossignol- Deutschlandchef Thomas Stumpp. Die Kunden des Ski-Konzerns, der bei Alpin-Ski weltweit auf einen Marktanteil von gut 13 Prozent kommt, sollen eine Rossignol-Jacke nicht nur auf der Piste, sondern auch in der Stadt anziehen. "Die Marke soll 365 Tage im Jahr präsent sein." Ähnlich sieht man es beim Konkurrenten Fischer, der in der neuen Saison erstmals mit einer Alpin- und Freizeitbekleidungs-Kollektion an den Markt geht.

Individueller Ski
Der schwierige Winter trifft die Skiindustrie in ohnehin nicht einfachen Zeiten. Der große Boom ist rund zehn Jahre nach Einführung der Carving-Modelle wieder abgeebbt, die Hersteller liefern sich einen harten Preiskampf. Nur ganz zu Beginn der Saison sind Skier zum regulären Preis zu verkaufen. Deshalb setzen die Hersteller auf Nischen und Individualisierung. So präsentiert Völkl auf der ispo Skier, bei denen der Fahrer mit einem Rädchen - dem "Power Switch" - je nach Fahrlaune und Pistenbeschaffenheit die Fahreigenschaften des Skis einstellen kann. Rossignol geht in eine ähnliche Richtung und arbeitet mit austauschbaren Adaptern, mit denen der Ski mal eher aggressiv und mal eher gemütlich gefahren werden kann. Vor allem aber will die Skiindustrie die Ablösung des Carving-Skis einläuten. Unter dem Motto "Mit breiter Mitte fährt man besser" wollen alle Hersteller gemeinsam einen neuen Trend zu breiteren Skiern durchsetzen. "




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |