04. Jänner 2008 19:12

Ladenöffnungszeiten 

Die neue Shopping-Freiheit

Geschäfte dürfen in Österreich seit 1. Jänner bis 21.00 Uhr aufsperren. Nicht überall haben sich die Kunden schon an die neuen Zeiten gewöhnt.

Die neue Shopping-Freiheit
© Lisi Niesner

Seit drei Tagen herrscht in Österreich die neue Shopping-Freiheit. Geschäfte dürfen jetzt wochentags zwischen 6.00 und 21.00 Uhr und samstags bis 18.00 Uhr offenhalten. Insgesamt können die Läden 72 Stunden pro Woche aufsperren.

Die großen Lebensmittelketten packten die Gelegenheit beim Schopf und verlängerten ihre Öffnungszeiten um durchschnittlich eine Stunde pro Tag. So kommen bei Billa jetzt die Frühaufsteher auf ihre Kosten: Alle Filialen sperren bereits um 7.00 oder um 7.30 Uhr auf. Auch die Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkte öffnen entweder früher oder schließen am Abend später.

Ungewöhnliche Allianz
Trotz längerer Einkaufszeiten befürchtet der Handel, dass die unterschiedliche Handhabung der neuen Regelung die Kunden verwirren könnte. Um das zu vermeiden, bildeten jetzt vier Wiener Einkaufszentren - sonst bittere Rivalen - eine ungewöhnliche Allianz: Die Lugner City, das Donauzentrum, das Auhof Center und die Shopping City Nord haben ab sofort identische Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 9.00 bis 20.00 Uhr sowie Donnerstag und Freitag von 9.00 bis 21.00 Uhr.

"Während in den meisten Innenstädten die unterschiedlichen Öffnungszeiten nur für Verwirrung sorgen, haben wir uns auf eine einheitliche Linie verständigt", begründet Richard Lugner gegenüber ÖSTERREICH die neue Allianz.

Ansturm im Westen
Die großen Öffnungszeiten-Gewinner waren in den ersten Tagen eher Geschäfte in Westösterreich. Vor allem die Touristen in den Skigebieten nutzten die längeren Shopping-Zeiten. Ein ÖSTERREICH-Lokalaugenschein bei Lebensmittellgeschäften in Wien zeichnete ein anderes Bild - von eher halbleeren Geschäfte zu späterer Stunde. "Die Leute wissen noch zu wenig Bescheid. Das wird sich erst einspielen müssen", so ein Filialleiter.

Nicht überall wird indes von der neuen Freiheit Gebrauch gemacht. Die Shopping City Süd in Vösendorf bei Wien hat zum Beispiel an ihren Öffnungszeiten gar nichts geändert. "Wir haben unsere Mieter befragt - mehr als 90 Prozent waren gegen eine Ausweitung", so SCS-Sprecher Manfred Buchacher. Auch die Möbelkette XXXLutz will nichts ändern.




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