03. Oktober 2007 15:50

Vorstandsgehälter 

Die teuersten Chefetagen Österreichs

Wiener Städtische und Erste Bank ganz oben. Der Versicherungsvorstand mit 7 Mitgliedern kostete 2006 14,6 Mio., der Bankvorstand 11,2 Mio. Euro.

Die teuersten Chefetagen Österreichs
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Die Vorstandsgehälter der heimischen Top-Unternehmen entwickeln sich prächtig. Von den Führungsgremien der knapp über 60 wichtigsten Aktiengesellschaften hat jenes der Wiener Städtischen 2006 am meisten gekostet - sieben Vorstände teilten sich 14,6 Mio. Euro. Das waren um 9,5 Mio. Euro mehr als im Jahr davor. In diesem Wert enthalten ist allerdings eine "Sondervergütung für die wertsteigernde Entwicklung" der Unternehmensgruppe in den Jahren 2001 bis 2005. Auf Platz 2 und 3 rangierten die Erste Bank und die OMV.

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Die Bezüge des Erste-Bank-Vorstands stiegen 2006 um 336.000 Euro auf 11,2 Mio. Euro, geht aus einer Auflistung des Interessenverbands für Anleger (IVA) hervor. Bei der OMV sanken die Bezüge im Führungsgremium um 1,6 auf 9,6 Mio. Euro. Auf den weiteren Spitzenplätzen rangieren Andritz mit 9,5 Mio. Euro (plus 52.000 Euro) sowie Raiffeisen International (RI), wo sich die Dotierung der Führungskräfte um 3,3 auf 6,9 Mio. Euro fast verdoppelte.

Um 5,5 Prozent mehr
Im Durchschnitt ließen sich die rund 60 wichtigsten börsennotierten Unternehmen ihre Führungsriege jeweils 2,4 Mio. Euro kosten. Ein Vorstand setzt sich meistens aus 3 bis 6 Mitgliedern zusammen. Gegenüber dem Jahr davor verdienten die Vorstände im Durchschnitt um 5,5 Prozent mehr - bei einer beachtlichen Ertragssteigerung (auf Basis des EGT, des Ergebnisses der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) von 52 Prozent. Die Prämien für diese günstige Gewinnentwicklung werden sich allerdings erst in den Vorstandsbezügen für 2007 auswirken, betonte IVA-Präsident Wilhelm Rasinger.

"In Österreich geht man trotzdem einigermaßen mit Augenmaß vor", findet Rasinger. Denn im Vergleich zu den deutschen Top-Managern haben die österreichischen Führungskräfte bei den Gehaltssteigerungen 2006 nur moderat zugelangt. In dem Nachbarland haben die Vorstandsbezüge der großen Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet sind, um mehr als 7 Prozent zugelegt.

"Gradmesser für die Wichtigkeit"
"In Bezug auf Aufsichtsrat und Vorstand liegt Österreich generell stark zurück, weil dort die Aufsichtsratsbezüge infolge der strenger gewordenen Corporate-Governance-Regeln (transparente Benimmregeln für börsennotierte Unternehmen, Anm.) emporgeschnellt sind. Die Argumentation: Durch diese Regeln stehen die Manager mehr in der Auslage und das muss sich mehr in den Bezügen niederschlagen. "So ist das in Deutschland gelaufen", sagte Rasinger, der selbst zwei Aufsichtsratsposten innehat.

Jedenfalls verdiene jeder mehr als er normalerweise konsumieren kann. Die Vorstandsgehälter seien nur mehr "Gradmesser für die Wichtigkeit" - mit 1,5 Mio. Euro jährlich kommen sie spielend aus, so Rasinger.




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