23. September 2007 11:58

Hofer auf Kurs 

Diskont-Ketten profitieren von teuren Lebensmitteln

Die Teuerungswelle bei Lebensmitteln hilft den Diskontern wie Hofer: Umsatz und Marktanteile wachsen.

Diskont-Ketten profitieren von teuren Lebensmitteln
© APA

Armin Burger, der Boss von Hofer, bleibt in Österreich auf der Überholspur. Schnee von gestern ist auch das Stigma der „Arme-Leute-Kette“. „Der Kunde von heute passt in keine Schublade mehr. Er kauft am Vormittag beim Diskonter ein und geht am Abend ins Steirereck essen“, räumt auch Werner Wutscher ein, Vorstand des Rewe-Konzerns, der neben Billa oder Merkur auch den Diskonter Penny betreibt.

Dass am Donnerstag der erste Hofer-Markt in der Wiener Innenstadt eröffnete, ist ein Symbol für den aktuellen Trend. Im „City-Hofer“ in der Nähe des Rudolfplatzes tummelten sich bei der Eröffnung neben Schnäppchenjägern auch schicke Damen und Besserverdiener. Selbst die distinguierte ÖVP-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel ließ es sich nicht nehmen, ein paar Flaschen Sekt zu kaufen.

Starkes Wachstum
Die Geschäfte der Nummer drei am österreichischen Lebensmittel-Markt laufen auf Hochtouren: Der Vorjahresumsatz von Hofer wird von ACNielsen auf fast drei Milliarden Euro geschätzt. Der Marktanteil stieg auf 19,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2007 beschleunigte sich die Entwicklung noch: Hofer und Diskont-Rivale Lidl wuchsen um 7,6 Prozent, der übrige Handel nur um 2,8 Prozent.

Rückenwind bekommen die Diskonter auch von der aktuellen Teuerungswelle bei Lebensmitteln. Diese umfasst die meisten Güter des täglichen Bedarfs: von Brot und Milchprodukten über Fleisch bis zu Fruchtsäften und Keksen. „Je teurer die Produkte werden, desto mehr Leute greifen zu Billig-Marken“, erklärt ein Hofer-Lieferant.

Teuerungs-Profiteur
Derzeit finden gerade überall die Verhandlungen zwischen der Nahrungsmittelindustrie und den Handelsketten statt. Spar oder Billa wissen: Je höhere Preise die Produzenten durchsetzen können, umso mehr Kunden gehen an Hofer verloren.

Hofer ärgert die großen Rivalen aber nicht nur mit Kampfpreisen. Die Tochter des deutschen Aldi-Konzerns ist hinter Rewe (Ja! Natürlich) und noch vor Spar (Natur Pur) auch schon die Nummer zwei bei Bio-Lebensmitteln.




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