11. September 2007 13:17

Höhere Risiken 

EU-Kommission nimmt Wachstumserwartungen zurück

Die Zwischenprognose der EU erwartet für 2007 Konjunkturplus von 2,8 Prozent.

EU-Kommission nimmt Wachstumserwartungen zurück
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Angesichts der Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten hat nach der OECD auch die EU-Kommission ihre Wachstumserwartungen für 2007 etwas zurückgenommen. Laut der in Brüssel veröffentlichten Zwischenprognose wird das Wirtschaftswachstum in den 27 EU-Staaten heuer 2,8 Prozent betragen. Bei ihrer Frühjahrsprognose im Mai hatte die EU noch ein Plus von 2,9 Prozent erwartet. Auch für die Eurozone erwartet die Kommission nun ein um 0,1 Prozentpunkte geringeres Wachstums von 2,5 Prozent.

Basiert auf Daten der sieben größten EU-Länder
Die Zwischenprognose basiert auf den Daten der sieben größten EU-Mitglieder, die gemeinsam mehr als 80 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Österreich wird dabei nicht berücksichtigt. Genaue Daten für Österreich legt die EU-Kommission erst wieder bei ihrer Herbstprognose am 9. November vor. Im Frühjahr hatte die Kommission für Österreich ein Wachstum von 2,9 Prozent vorausgesagt.

Risiken durch Turbulenzen erhöht
"Das Europäische Wachstum wird weiterhin durch gute Grundlagen und ein günstiges globales Umfeld unterstützt. Trotzdem haben die jüngsten Turbulenzen die Risiken erhöht", schreibt die EU-Kommission mit Blick auf die von den US-Immobilienmärkten ausgehende Zinskrise. Währungskommissar Joaquin Almunia rief die Regierungen daher zu weiteren Reformen und Budgetkonsolidierung auf.

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Verantwortlich für die reduzierten Konjunkturerwartungen ist nach Angaben der Kommission das schwächer als erwartet ausgefallene Wachstum im zweiten Quartal. Verantwortlich dafür könnte (neben den Auswirkungen des schlechten Wetters auf die Baubranche) auch das Überschreiten des Konjunkturhöhepunkts im Jahr 2006 sein. "Eine Entwicklung, die durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten verstärkt werden könnte", warnt die EU-Kommission.

Teuerung von 2,2 Prozent erwartet
Um 0,1 Prozentpunkte höher als im Mai setzt die EU-Kommission nun die Inflation in der Euro-Zone an (2,0 Prozent). Für die gesamte EU wird eine Teuerung von unverändert 2,2 Prozent erwartet.

Die Zwischenprognose basiert auf den Wachstums- und Inflationsraten von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien. Am stärksten nach unten revidiert wurde das Wachstum in Frankreich - und zwar um 0,5 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. Am stärksten wachsen wird demnach Polen - und zwar um 6,5 Prozent.




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