22. Oktober 2007 10:57

Landwirtschaft 

EU beschloss Offenlegung der Agrarsubventionen

Ab 2009 wird im Internet nachzulesen sein, welcher Bauer wieviel aus dem EU-Agrarfördertopf erhält.

EU beschloss Offenlegung der Agrarsubventionen
© dpa

Die Landwirtschaftsminister der EU beschlossen am Montag in Luxemburg die Offenlegung der Agrarförderungen ab 2009. Dann wird im Internet auf den Cent genau nachzulesen sein, welche Firmen und Bauern wie viel an Subventionen erhalten. Österreich war zwar gegen eine Offenlegung, hat dann aber doch zugestimmt. 14 andere EU-Staaten stellen schon jetzt Daten ihrer Subventionsempfänger ins Internet.

Großbritannien legt offen
So kann man auf der Homepage der britischen Rural Payments Agency nachlesen, dass eine Frau Keasey aus West Wales 3,85 Pfund erhält. Sie ist damit eine der kleinsten Förderfälle des Vereinigten Königreichs. Am oberen Ende der Liste: Die Regionalentwicklungsgesellschaft Business Link Devon and Cornwall mit über drei Mio. Pfund (4,30 Mio. Euro) und Farmcare Ltd mit 2,6 Mio. Pfund. Für die königlichen Windsor-Farmen gibt es fast 147.000 Pfund.

Österreich ohne Detaildaten
Für Österreich liegen keine derartigen Zahlen vor. Laut Ex-Landwirtschaftskammerpräsident Rudolf Schwarzböck erhalten etwa zehn heimische Betriebe mehr als 300.000 Euro pro Jahr. Das Landwirtschaftsministerium spricht von 700 Betrieben, die gut 72.000 Euro bekommen. Welche Unternehmen das sind, ist nicht bekannt.

1,6 Mrd. für 144.000 Bauern
Im Durchschnitt hat jeder in Österreich geförderte Agrarbetrieb im Vorjahr 11.211 Euro kassiert. Insgesamt sind laut Landwirtschaftsministerium über 1,6 Mrd. Euro an 144.095 geförderte Bauern geflossen.

In Summe erhalten die unteren 29 Prozent der Betriebe nur vier Prozent vom gesamten Förderkuchen (durchschnittlich 1.603 Euro pro Jahr), während die oberen vier Prozent 19 Prozent der Gelder bekommen (im Schnitt 56.730 Euro).

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Im EU-Vergleich
Schwierig ist der Europa-Vergleich, weil es keine gesicherten Angaben über die länderübergreifend finanzierten Programme gibt. Vergleichen lassen sich nur die EU-Direktzahlungen an die Bauern. Und hier liegt Österreich im unteren Mittelfeld: Die Bauern erhalten aus EU-Direktzahlungen durchschnittlich nicht einmal 5.000 Euro. Der durchschnittliche britische Bauer (an der Tabellenspitze) bekommt dagegen 21.400 Euro.

EU-Direktzahlungen in Euro Stand 2005

Land

Durchschnitt pro Agrar-Betrieb

Großbritannien

21.391,4

Frankreich

17.266,9

Dänemark

16.898,4

Deutschland

15.003,5

Luxemburg

14.136,

Tschechien

11.396,9

Schweden

11.138,8

Belgien

10.418,3

Irland

9.452,3

Finnland

7.121,5

Slowakei

6.709,1

Niederlande

5.587,1

Spanien

4.951,3

Österreich

4.934,7

Italien

2.601,6

Portugal

2.271,9

Griechenland

1.746,8

Ungarn

1.554,6

Estland

1.119,0

Polen

507,9

Slowenien

428,3

Lettland

368,0

Litauen

343,4

Zypern

231,7

Malta

73,3

EU 25

4.679,4




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