24. Juni 2008 13:27

Übernahme 

EU hat Bedenken gegen MOL-Pläne der OMV

Die EU äußert "ernste Bedenken" gegen die Pläne der OMV, die MOL zu übernehmen - und übergab ein "Statement of Objections".

EU hat Bedenken gegen MOL-Pläne der OMV
© APA

In einem sogenannten "Statement of Objections" hat die EU-Kommission ihre Bedenken gegen die geplante feindliche Übernahme des ungarischen Öl- und Gaskonzerns MOL durch die österreichische OMV aufgelistet. Dabei geht es vor allem um die Tankstellen und den Großhandel mit Raffinerieprodukten, wo OMV und MOL im Falle eines Zusammenschlusses den regionalen Markt dominieren würden. Erwartungsgemäß habe die EU keine Bedenken im Zusammenhang mit dem Upstream-Geschäft geäußert, teilte die OMV am Dienstag mit.

Statement of Objections
Ein solches Statement of Objections sei ein Schritt, der im Zuge wettbewerbsrechtlicher Untersuchungen der Phase II "durchaus nicht unüblich ist", betont man bei der OMV. Es handle sich um ein vertrauliches Dokument, in dem die EU dem Antragsteller - in diesem Fall der OMV - ihre ernsten wettbewerbsrechtlichen Bedenken mitteile. Die OMV kann jetzt im Gegenzug konkrete Maßnahmen vorschlagen, um diese Bedenken auszuräumen. Die endgültige Entscheidung der EU-Kommission wird für den 18. September erwartet.

Weitere Prüfung
Die OMV hatte Ende Jänner 2008 die EU-Kommission formell über ihr Vorhaben informiert, ihren ungarischen Mitbewerber MOL zu übernehmen. Anfang Mai wurde die Prüfung des OMV-Antrages unterbrochen und die OMV aufgefordert, weitere Informationen nachzuliefern - seit Anfang Juni wird weiter geprüft.

Aktienaufkauf im September
Die OMV hält derzeit 20,2 Prozent der MOL-Aktien, darf aber nach ungarischen Bestimmungen nur 10 Prozent der Stimmrechte ausüben. Im September stellte die OMV den MOL-Aktionären in Aussicht, ihnen unter bestimmten Voraussetzungen 32.000 Forint (derzeit 133,60 Euro) pro Aktie zu bezahlen, falls mehrere Bedingungen erfüllt würden - darunter vor allem eine Beseitigung der Stimmrechtsbeschränkung. Das MOL-Management und die ungarische Regierung haben die Avancen aus Wien wiederholt zurückgewiesen und sprechen vom Versuch einer feindlichen Übernahme.

Die OMV-Aktien legte heute bis kurz vor 12 Uhr um 1,39 Prozent auf 49,57 Euro zu. MOL büßte um 0,2 Prozent auf 20.360 Forint ein.




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