13. Juni 2009 22:16

AUA-Deal wackelt 

EU prüft Einwände gegen AUA-Verkauf

Leitet die EU am 1. Juli eine vertiefte Prüfung ein, droht der Deal am Zeitplan zu scheitern. Denn ein solches Verfahren dauert bis zu 90 Tage.

EU prüft Einwände gegen AUA-Verkauf
© APA

Eine „g’mahte Wiesn“ ist die Übernahme der angeschlagenen AUA durch die Lufthansa keinesfalls. Spätestens seit die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, die Frist für die wettbewerbsrechtliche Prüfung um 10 Werktage zu verlängern, ist klar, dass der Deal nicht einfach durchgewinkt wird.

Kommt vertiefte Prüfung?
Neue Deadline ist der 1. Juli – dann fällt die Entscheidung, ob die Fusion von AUA und Lufthansa genehmigt wird oder ob die Wettbewerbshüter eine vertiefte Prüfung einleiten. Dass die EU für diese erste Entscheidung nun länger braucht als ursprünglich angekündigt, wird mit Zugeständnissen begründet, welche die Lufthansa inzwischen gemacht hat. Dem Vernehmen nach geht es hier um die Abgabe von Landerechten und Strecken, um die Wettbewerbsbeschränkung durch die neue Marktmacht Lufthansa/AUA einzudämmen. Geprüft wird nun, ob diese Konzessionen des Kranichs ausreichend sind.

Einsprüche der Konkurrenz
Andere Airlines wie Niki Laudas NIKI oder Air France/KLM, die teils die gleichen Strecken fliegen wie Lufthansa und AUA, hatten in Brüssel Einspruch gegen den Deal erhoben und detaillierte Stellungnahmen abgegeben. Die EU-Behörde schaut sich das nun sehr genau an, denn die Sache ist höchst komplex. Experten rechnen damit, dass die Lufthansa ihre Frequenzen auf einzelnen Strecken reduzieren muss.

Deadline Ende Juli
Sollte Brüssel am 1. Juli trotz der deutschen Zugeständnisse Bedenken äußern und eine vertiefte Prüfung einleiten, könnte das den Deal kippen. Denn ein solches Verfahren dauert bis zu 90 Tage, also in jedem Fall länger als bis Ende Juli. Laut Vertrag kann die Lufthansa aber vom Kauf zurücktreten, wenn es bis 31. Juli kein grünes Licht von der EU gibt.

Knackpunkt Staatshilfe
Genehmigt werden muss bis Ende Juli in Brüssel auch die 500-Mio.-Mitgift des österreichischen Staats an die AUA. Auch dagegen machen Wettbewerber mobil: Ein solcher Staatszuschuss sei laut EU-Vertrag nur für ganze Wirtschaftszweige zulässig, nicht aber für einzelne Unternehmen, sagt Lauda.

Die Lufthansa gibt sich optimistisch, dass die Genehmigungen rechtzeitig kommen. Wenn nicht, wird es für die AUA ohnehin finanziell ganz eng.




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