25. Jänner 2008 15:49

Strenge Vorschriften 

EU will endlich giftiges Spielzeug verbieten

Gefährliche Substanzen in Spielzeugen sollen nun verboten werden. Es kommen strengere Vorschriften für Hersteller, Importeure und Behörden.

EU will endlich giftiges Spielzeug verbieten
© AP Photo/Thomas Kienzle

Besonders gefährliche Stoffe sollen in Kinderspielzeug in der EU künftig völlig verboten sein. "Solche Substanzen habe nichts in Spielzeug verloren", sagte Industriekommissar Günter Verheugen am Freitag bei der Vorstellung einer Änderung der betreffenden Richtlinie in Brüssel. Damit will die EU-Kommission Krebserreger und Stoffe, die das Erbgut und die Fortpflanzung gefährden oder Allergien auslösen, aus Puppen, Teddybären und anderen Spielsachen verbannen.

Zunehmende Probleme mit Giftspielzeug aus China
Auch die Grenzwerte für Blei und Quecksilber sollen deutlich gesenkt und die Kontrollen für Hersteller und Importeure massiv verschärft werden. Die EU-Kommission reagiert damit auf die zunehmenden Probleme mit Spielzeug aus China, wo mehr als 80 Prozent aller Spielwaren in der EU hergestellt werden. In den vergangenen Monaten hatte unter anderem der US-Spielwarenhersteller Mattel Millionen Artikel, darunter die bekannten "Barbie-Puppen", rückholen müssen, weil diese Blei-haltige Farben oder gefährliche Magnete enthielten.

Bisherige Kontrollmaßnahmen nicht ausreichend
Verheugen betonte, dass mit der Novelle der Richtlinie auch die Marktüberwachung durch die Mitgliedstaaten verbessert werden soll, da die "Kontrollmaßnahmen nicht ausreichend" gewesen seien. Die Rückrufaktionen seien von den Herstellern ausgegangen und nicht von den jeweiligen Kontrollbehörden in den EU-Staaten. Außerdem hätten diese auf die Probleme nicht reagiert. Künftig soll es genaue Regeln geben, wie die EU-Staaten die Märkte überwachen müssen. Hersteller müssen ihre Produkte in Zukunft genau dokumentieren, bei Verstößen gegen die Bestimmungen soll es strenge Strafen geben.

Überarbeitete Grundlagen für CE-Kennzeichnung
Das CE-Zeichen, mit dem die Hersteller die Übereinstimmung mit europäischen Sicherheitsnormen erklären, wird nach Angaben von Verheugen derzeit grundlegend überarbeitet. Das Zeichen sei für Verbraucher "ein bisschen verwirrend gewesen", räumte der Kommissar ein. Ein völliger Verzicht auf das "CE"-Logo bei Spielwaren, wie dies Konsumentenverbände gefordert hatten, sei nicht möglich, weil es keine Alternative für die Industrie gebe, ihre Konformität mit den europäischen Regeln zu zeigen.

"Sicherheits gibt's nicht gratis"
Kritik der Industrie an den erwarteten Kosten durch die neuen Vorschriften wies der EU-Kommissar zurück: "Es wird Kosten geben, aber mehr Sicherheit gibt's nicht gratis". Den Konsumenten müsse klar sein, dass "das billigste Spielzeug vielleicht nicht das beste ist". Die EU soll nach den Plänen der Kommission die Änderung der Spielzeugrichtlinie noch in diesem Jahr verabschieden. Gelten würden die Bestimmungen dann frühestens 2009.




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