29. Jänner 2008 12:11

Prognose 

EURO 2008 soll 11.000 neue Jobs bringen

Die österreichische Einschätzung ist weit opitmistischer als die deutsche WM-Erfahrung. Es wird vor allem neue Billigjobs geben.

EURO 2008 soll 11.000 neue Jobs bringen
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Die EURO 2008 soll 11.000 neue Jobs in Österreich schaffen, davon 6.000 dauerhaft. Weiters soll das Großereignis für 0,15 Prozent Wirtschaftswachstum sorgen, geht aus einer Studie hervor, die am Dienstag Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Arbeitsmarktservice (AMS) präsentierten.

Billigjobs
Gesucht werden großteils Billigjobs: so sollen für den Sicherheitsbereich vor allem Personen angesprochen werden, die bereits seit längerem arbeitslos sind, erklärte AMS-Vorstand Johannes Kopf. Das Interesse an den EM-Jobs sei jedenfalls schon groß.

Kaum Auswirkungen durch WM 2006
Das Fazit der Deutschen nach der Fußball-WM im Jahr 2006 fiel allerdings weit weniger optimistisch aus. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sprach nach dem "deutschen Sommermärchen" mit einer überraschend gut spielenden Nationalmannschaft davon, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen "vollkommen marginal" waren. Nach Berechnungen des DIW dürfte nur ein Plus von 500 Mio. Euro erzielt worden sein - die Hälfte von dem, was erwartet wurde. WKÖ-Vizechef Reinhold Mitterlehener sprach heute von zusätzlichen 380 Mio. Euro, die die Alpenrepublik lukrieren will.

Prognosen zu optimistisch
Und während heute schon konkrete Beschäftigtenzahlen für Österreich genannt wurden, sprach das DIW im Nachhinein von einer Bandbreite von 10.000 bis 50.000 neuen Jobs durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Laut Kopf kann man die Zahlen auf Österreich nicht mit dem üblichen Schlüssel von 1:10 umrechnen, sondern höchstens mit 1:5. Von den 11.000 in Österreich erwarteten Jobs entfallen mindestens 4.000 auf Hilfskräfte in der Küche und im Gastronomie-Service sowie 3.000 bis 4.000 auf Ordner. Weitere 1.500 sollen im Nahrungsmittelhandel einen Job finden - falls die Öffnungszeiten entsprechend verlängert werden.

Vorsichtige Zurückhaltung
In der heimischen Gastronomie und im Handel regiert derzeit noch vorsichtige Zurückhaltung. So hatte eine Delegation von Wiener Händlern nach einer Nachschau in Berlin gemeint, es sei während des Fußballfestes eher mit Einbußen zu rechnen, aber dafür mit positiven Spätfolgen. Laut einer Umfrage der Industrie und Handelskammer Stuttgart meinten nur 13 Prozent der befragten deutschen Wirtschaftstreibenden, sie hätten von der WM profitiert - 40 Prozent berichteten hingegen von Einbußen. Zu den Gewinnern zählten einige Flughäfen, das Gastgewerbe und die Getränkeproduzenten. Eine Befragung unter 700 österreichischen Unternehmern im Dezember 2007 ergab, dass hierzulande 60 Prozent an einen starken Wirtschaftsimpuls glauben.




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