23. September 2008 10:29

Gewaltiger Andrang 

Einkäufer stürmen neuen ''Vinzi''-Markt in Wien

Die Kunden stehen Schlange im neuen Sozialmarkt in Mariahilf, eine Ausweitung der Öffnungszeiten wird nun überlegt.

Einkäufer stürmen neuen ''Vinzi''-Markt in Wien
Einkäufer stürmen neuen ''Vinzi''-Markt in Wien

Volles Haus, leere Regale - so könnte das erste Resümee des neuen Wiener Sozialmarkts ausfallen: Denn seit seiner Eröffnung am vergangenen Donnerstag stehen Einkäufer vor dem "Vinzimarkt" in Mariahilf teilweise Schlange. Wegen des Andrangs müsse sogar der Eingang immer wieder abgeriegelt werden, so die Marktleiterin. Einige Produkte aus der ersten Lieferung seien bereits vergriffen.

An vier Einkaufstagen 400 Einkaufspässe ausgestellt
Der Andrang ist gewaltig. Dass der rund 170 Quadratmeter große Verkaufsraum derzeit temporär überfüllt ist, habe auch mit der sehr zeitaufwendigen Ausstellung Dutzender Mitgliedskarten zu tun. Eine solche müssen sich nachweislich Sozialbedürftige nämlich lösen, bevor sie zum Einkauf der stark preisreduzierten Ware berechtigt sind. Bisher wurden an insgesamt vier Öffnungstagen rund 400 derartige Pässe ausgestellt. Mit der Zeit solle diese Arbeit aber stark nachlassen, die Wartezeiten werden kürzer werden.

Hygieneartikel sehr begehrt
Neben Lebensmitteln seien auch Hygieneartikel äußerst begehrt: Die erste Waschmittellieferung sei bereits vergriffen, Rasierer und Windeln seien ebenfalls beliebt. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten ist laut Marktleiterin kurzfristig nicht geplant. Falls volle Lagerbestände längerfristig garantiert werden können, sei dies aber durchaus denkbar.

Der "Vinzimarkt" wird von der in Graz und Wien tätigen Privatinitiative "Vinzenzgemeinschaft" betrieben und ist Wiens zweiter Sozialmarkt. Alle Produkte, die großteils um maximal ein Drittel des handelsüblichen Preises verkauft werden, sind Spenden der Privatwirtschaft. Dementsprechend variiert das Sortiment. Die Nachfrage nach weiteren Sozialmärkten scheint jedenfalls hoch: Bereits am 16. Oktober wird in der Bundeshauptstadt ein weiterer Shop dieser Art eröffnet. Als Trägerorganisation für das Geschäft in Neubau fungiert das Hilfswerk.

Wer ist einkaufsberechtigt?

  • Einkaufsberechtigt ist jeder, dessen Einkommen 800 Euro oder 1.150 Euro bei Paaren nicht übersteigt. Pro Kind werden zusätzlich 100 € dazugezählt.
  • Beim ersten Einkauf wird darum gebeten, folgende Dokumente mitzubringen: Verdienstnachweis, Meldezettel, Lichtbildausweis.
  • Zum Nachweis des Einkommen werden alle Einkommensarten gerechnet, das heißt Pensionen, Erwerbseinkommen, Arbeitslosenunterstützung, Sozialhilfe, Kindergeld (früher Karenzgeld), Lehrlingsentschädigung, Unterhalt für den Partner.
  • Nicht als Einkommensnachweis gelten hingegen alle Arten von Beihilfen wie etwa Pflegegeld, Behindertenbeihilfe, Wohnbeihilfe, Familienbeihilfe und Alimente.




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