24. Februar 2008 16:30

Keine Geduld mehr 

Eisenbahner-Streik lähmt Ungarn

Sie fordern mehr Lohn und eine Prämie - wie bei den jüngsten Streiks ist mit Problemen im Zugsverkehr mit Österreich zu rechnen.

Eisenbahner-Streik lähmt Ungarn
© EPA

Die ungarische Eisenbahnergewerkschaft VDSZSZ ist am Montag um Null Uhr erneut in Streik getreten. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Gehälter um zehn Prozent sowie eine einmalige Zahlung von 250.000 Forint (946 Euro) für jeden Eisenbahner aus den Einnahmen des Verkaufs der Logistiksparte MAV Cargo an die ÖBB. Die ungarischen Staatsbahnen MAV lehnen diese Forderungen nach wie vor ab.

Unberechenbarer Zugverkehr
Laut Auskunft der Staatsbahn MAV würde die Hälfte der Züge verkehren, der Zugverkehr sei "unberechenbar". Es müsse mit Ausfällen, Verspätungen und verkürzten Strecken gerechnet werden. Laut Information würden vor allem Schaffner und Beschäftigte in der Verkehrsleitung streiken.

Die Mehrheit der Lokführer würde arbeiten. Züge würden vom Budapester Südbahnhof abfahren und eintreffen, während der Verkehr am West- und Ostbahnhof völlig eingestellt wurde. Internationale Züge würden zurzeit nicht verkehren. Die MAV vereinbarte mit verschiedenen Bus-Unternehmen zusätzliche Transportkapazitäten hinsichtlich des Schienenersatzverkehrs.

Der VDSZSZ-Vize Laszlo Gelencser erklärte, der Streik würde im Lande mit "unterschiedlicher Intensität" geführt - zitiert die Ungarische Nachrichtenagentur am Montag. Es würde seitens der MAV-Gruppe "ein großer Druck" auf die Streikenden ausgeübt, weiters würden "Streikbrecher" eingesetzt, die einen minimalen Zugverkehr garantieren.

Bereits mehrfache Arbeitsniederlegungen
Die VDSZSZ hatte ihre Arbeitsniederlegungen am 1. Februar begonnen und inzwischen mehrfach eingestellt. Auch der Einsatz eines Vermittlers konnte keine Einigung zwischen Gewerkschaft und den ungarischen Staatsbahnen MAV bringen.

Bei den vorangegangenen Streik-Aktionen der Ungarn hatte es immer wieder größere Verzögerungen auch für den Bahnverkehr nach Österreich gegeben. Über die jetzigen Auswirkungen auf die Fahrpläne gab es vonseiten der Österreichischen Bundesbahnen am Nachmittag noch keine Details. Aktuelle Informationen sind in der Folge auch im ÖBB-Call-Center 05-1717 (österreichweit zum Ortstarif) zu erfragen.




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