20. Februar 2008 12:53

Ordnungsstrafe 

Elsner droht Rausschmiss aus dem Gerichtssaal

Im BAWAG-Prozess steht dem angeklagten Ex-Banker eine Ordnungsstrafe bevor - wegen ungebührlichen Benehmens.

Elsner droht Rausschmiss aus dem Gerichtssaal
© APA

Die gereizte Stimmung zwischen dem angeklagten Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner und Richterin Claudia Bandion-Ortner ist am Mittwochvormittag in der Verhandlung neuerlich eskaliert. Nach zwei scharfen Wortwechseln drohte die Richterin Elsner sogar mit der Verhängung einer Ordnungsstrafe nach der Strafprozessordnung.

Pseudo-Entschuldigung
Nach einer Verhandlungspause erklärte Elsner, nach Rücksprache mit seinem Anwalt Wolfgang Schubert wolle er sich entschuldigen, dass er zu "heftig" gewesen sei, legte aber gleich wieder nach. Er sei schließlich der einzige Angeklagte in Haft, und "bei einer Haftverhandlung haben Sie argumentiert, ich würde eine Krankheit erfinden, die keiner kennt", obwohl er von Sachverständigen medizinisch begutachtet werde.

"Wir nehmen das zur Kenntnis", registrierte die Richterin die Entschuldigung und die neuen Ausführungen Elsners. Elsner sitzt seit über einem Jahr in Untersuchungshaft.

"Sie tanzten - ich arbeitete"
Davor hatte eine Befragung durch die Richterin zu einer Investition der BAWAG in Japan einen deftigen Wortwechsel ausgelöst. Er könne sich nicht an Details erinnern, sagte Elsner, "Sie sind vielleicht 39 oder 40 Jahre alt", er selber über siebzig, "während Sie abgetanzt haben, habe ich hart gearbeitet", 2003 sei er in Pension gegangen, er sei "geistig und körperlich erschöpft".

"Aus jetzt!"
"Gewöhnen Sie sich einen anderen Ton an, Sie sind hier vor Gericht", mahnte die Richterin und entrüstete sich ihrerseits über Elsner, "So kann's nicht gehen." Das fand auch der Ex-Banker: "So kann's nicht gehen, Frau Rat." "Ich habe lange genug Geduld mit Ihnen gezeigt", warnte die Richterin den Angeklagten. "Herr Elsner, Aus jetzt!" unterbrach sie ihn schließlich.

Elsner droht Rausschmiss
Als Ordnungsstrafe könnte Elsner des Saales verwiesen werden. Bei ungeziemendem Verhalten kann ein Angeklagter durch Beschluss des Gerichts vorübergehend oder dauerhaft vom Gerichtssaal ferngehalten werden, die Verhandlung würde ohne ihn - aber mit seinem Anwalt - fortgesetzt.

Das wurde etwa beim Briefbombenbauer Franz Fuchs so durchgeführt, wegen anhaltender Schimpftiraden fand die Verhandlung großteils ohne ihn statt.




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