11. September 2009 20:09

Wieder auf Kur 

Elsner geht in die Offensive

Ex-Bawag-Boss Helmut Elsner soll wieder auf Kur geschickt werden. Sein Anwalt hat zudem die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt.

Elsner geht in die Offensive
© APA

Mehr als zweieinhalb Jahre Untersuchungshaft und drei Bypässe haben dem 74-jährigen Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner schwer zugesetzt. „Sein Zustand ist natürlich eine Katastrophe“, so seine Frau Ruth Elsner im Interview. Deswegen soll er bald wieder auf Rehabilitation geschickt werden. Die medizinische Abteilung der Justizanstalt Wien-Josefstadt hat in einem Krankenbericht diese Maßnahme empfohlen.

Vollzugsdirektor Karl Drexler wird demnächst grünes Licht geben: „Wenn eine weitere Rehabilitation empfohlen wird, werden wir ihm das geben müssen“. Ob Elsner wieder in die Kuranstalt Althofen in Kärnten kommt, ist noch unklar. „Wir haben keinen Einfluss, weil wir von der Justiz abhängig sind. Aber Sie können sicher sein, dass die Genehmigung dieser Rehab einen päpstlichen Segen braucht“, erklärt Elsner.

Elsner war bereits von April bis Mai 2007 im Kurzentrum Althofen, nachdem er im Februar im AKH am Herzen operiert wurde. Die sechswöchige Rehabilitation war für Elsner alles andere als erholsam: Zwei Beamte mussten Elsner im Schichtdienst bewachen. Damit sie im Kurbetrieb nicht zu auffällig waren, trugen die Beamten weiße Arztkittel und bewachten ihn bei seinen Spaziergängen und beim Duschen.

370-Seiten-Akt gegen das Bawag-Urteil
Um ihrem Mann weiterhin Auftrieb in der Haft zu geben, lässt Ruth Elsner aus juristischer Sicht nichts unversucht. Gestern endete die Berufungsfrist gegen das Bawag-Urteil. Rechtsanwalt Elmar Kresbach legt nun auf 370 Seiten dar, warum das Urteil aufzuheben sei. „Das Urteil hat derartig viele Angriffspunkte, dass der Oberste Gerichtshof – wenn man den Rechtsstaat noch ernst nehmen soll – es fast zwangsläufig aufheben muss“, so der Anwalt.

Außerdem wurde bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Ministerin Bandion-Ortner eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. Und die US-Behörden wurden um Beihilfe gebeten, um zu klären, wo die verspekulierten Millionen von Wolfgang Flöttl hingekommen sind.




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