19. Mai 2008 10:06

Plus 12,8 Prozent 

Energie wird für Haushalte immer teurer

Die Energiepreise für Privathaushalte sind im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem Treibstoffe.

Energie wird für Haushalte immer teurer
© APA/Gindl

Die Energiepreise für die privaten Haushalte sind im April 2008 verglichen mit April 2007 um 12,8 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem die Treibstoffe, die sich im Durchschnitt um 24,09 Prozent verteuerten. Der Dieselpreis war sogar um 30 Prozent höher. Gegenüber zum März 2008 war Energie für die Haushalte um 0,4 Prozent teurer, geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg im April im Jahresabstand um 3,3 Prozent und im Monatsabstand um 0,3 Prozent.

Benzin
Superbenzin war den Berechnungen der Energieagentur zufolge im April 2008 um 17,3 Prozent teurer als im April 2007, Normalbenzin um 19,5 Prozent und Diesel um 30,1 Prozent. Im Vergleich zum März war der Dieselpreis im April um 1,6 Prozent höher. Superbenzin verbilligte sich im Monatsabstand dagegen um 0,4 Prozent, Normalbenzin um 0,2 Prozent.

Heizöl
Heizöl verteuerte sich im Vergleich zu April 2007 um 27,3 Prozent und gegenüber März 2008 um 1,3 Prozent.

Strom
Der Strompreis war im April im Jahresvergleich um 0,7 Prozent höher. Der Gaspreis sank dagegen um 0,6 Prozent. Im Monatsabstand waren Strom und Gas unverändert.

Fossile Brennstoffe
Die Preise für feste fossile Brennstoffe stiegen im April 2008 gegenüber April 2007 um 1,0 Prozent. Brennholz war um 2,9 Prozent billiger, Holzbriketts um 7,2 Prozent. Der Preis für Fernwärme erhöht sich um 1,3 Prozent. Im Monatsvergleich verbilligten sich fossile feste Brennstoffe um 1,6 Prozent und Holzbriketts um 0,9 Prozent. Fernwärme war im April um 0,1 Prozent teurer als im Vormonat.

Rohöl
Der Rohölpreis der Sorte UK-Brent lag laut Energieagentur im Durchschnitt bei 108,85 Dollar (70,23 Euro) je Barrel (159 Liter).

Lebensmittel
Auch vor Lebensmitteln macht die Teuerungswelle keinen Halt: Um 43 Prozent mehr muss man im Vergleich zum Vorjahr für Zitronen zahlen, Teigwaren sind heuer um 40 Prozent, Erdbeeren um 32 Prozent teurer. Auch Molkereiprodukte legten gewaltig zu: Gouda kostet um 22 Prozent mehr als noch 2007.

Der ÖSTERREICH-Lokalaugenschein zeigt: Das ganze Land stöhnt unter den Horror-Preisen. Die junge Mutter Ciara Alonzo (26) aus Graz kauft jetzt nur noch nach aktuellen Sonderangeboten.

Preisanstieg ohne Ende
„Eine Entspannung zeigt sich noch nicht“, erklärt Josef Baumgartner vom Wirtschaftsforschungsinstitut. Denn die Experten sind sich einig: Gas und Strom werden erst mit Verzögerung von der Teuerungswelle an den internationalen Rohölmärkten erfasst. Für die Haushaltsenergie wird daher erst für die kommenden Monate ein saftiger Preisanstieg erwartet.

Auch für die Gesamtinflation prognostizieren die Fachleute nichts Positives: „Damit unsere Inflationsprognose von 2,9 Prozent für 2008 hält, müssen die Rohölpreise deutlich nachlassen, aber das ist derzeit nicht in Sicht“, so Baumgartner. Eine neuerliche Rekord-Inflation ist heuer durchaus möglich.

Die neuerliche Inflationswelle trifft besonders diejenigen, die auch sonst schon kaum Geld im Börsl haben: Denn Geringverdiener geben prozentuell mehr Geld für Lebensmittel aus, als jene mit höherem Einkommen, und allein die Steigerung der Lebensmittelkosten ist für ein Viertel der Preisexplosion verantwortlich. „Nahrungsmittel und Verkehr – das sind ausgerechnet jene Bereiche, bei denen niemand sparen kann. Schließlich können die Menschen nicht aufhören zu essen oder zur Arbeit zu fahren“, erklärt Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel.




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