19. Oktober 2009 10:22

Antwort auf Krise 

Erste Bank streicht jeden zehnten Job

Das Institut will in Österreich bis Ende 2010 20 Mio. Euro einsparen.

Erste Bank streicht jeden zehnten Job
© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH

Die Erste Bank steigt auf die Kostenbremse. Allein in Österreich werden die Personal- und Sachkosten bis Ende 2010 um sieben bis zehn Prozent gekürzt, erklärt Erste Bank-Chefin Elisabeth Bleyleben-Koren im "WirtschaftsBlatt". In absoluten Zahlen handelt es sich um rund 20 Mio. Euro. Kündigungen schließt sie aus. "Wir werden die Personalkosten durch natürliche Abgänge senken", so die Erste-Chefin.

Die Erste macht trotz Krise Gewinn - Mehr dazu hier.

Jeder zehnte Job fällt
Wie viele Stellen bis Ende kommenden Jahres tatsächlich gekürzt werden, wollte sie nicht sagen. Insider gehen von bis zu 300 aus. Derzeit beschäftigt die Bank in Österreich rund 3.000 Mitarbeiter. Neben den Personalkosten setzt das Management auch bei den Sachkosten den Rotstift an. "Durch kleinere Maßnahmen wollen wir Einsparungen erzielen", sagt Bleyleben- Koren.

Antwort auf die Krise
Schon vor Monaten kündigte Erste-Group-Boss Andreas Treichl einen Sparkurs für die gesamte Gruppe an. Entweder die Bank steigere ihre Erträge - in dem wirtschaftlichen Umfeld unmöglich -, oder sie müsse die Kosten deutlich reduzieren. Bisher hat die Führung die notwendigen Einsparungen nicht beziffert. Mit dem Sparkurs soll auf die derzeitige und künftige wirtschaftliche Entwicklung reagiert werden.

"2010 wird sicher ein schwieriges Jahr werden", so Bleyleben-Koren. Bisher sei die Bank in Österreich von hohen Kreditausfällen verschont geblieben. "Wir merken die Auswirkungen der Wirtschaftskrise nur marginal." Allerdings rechnet sie damit, dass die Ausfälle im vierten Quartal und kommendes Jahr steigen. Den Vorwurf, die heimischen Banken hätten zu wenig Vorsorgen für künftige Kreditausfälle getroffen, weist sie für die Erste Bank zurück.

Neue Aktien ausgeben
Dennoch dürfte die Erste noch heuer ihre Kapitalbasis stärken: Informierte Kreise rechnen damit, dass die Bank im November neue Aktien für rund 1 Mrd. Euro ausgeben wird. Dieser Schritt erscheine notwendig, als die Bank wohl nicht das Risiko eingehen werde, denselben Betrag beim Staat aufzunehmen, wenn zum einen die Verzinsung höher als 8 Prozent ist und zudem das Risiko besteht, dass die zugeführten Mittel in Form von Hybridkapital nicht Tier 1-fähig sind.




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