18. Oktober 2007 14:38

Rekordhoch 

Euro kletterte erstmals über 1,43 Dollar

Die US-Notenbank wird ihren Leitzins bis zum Frühjahr zurücknehmen. Dadurch werde der Eurokurs noch weiter steigen.

Euro kletterte erstmals über 1,43 Dollar
© dpa

Die europäische Einheitswährung Euro hat am Donnerstag erstmals die Marke von 1,43 US-Dollar überschritten. Genau um 14.10 Uhr notierte er bei 1,4305 Dollar. Kurze Zeit später sackte er wieder unter die 1,43 Dollar-Marke ab.

US-Immobilienkrise dauert
Die überraschend schwachen Daten vom Häusermarkt der USA vom Vortag hätten nachgewirkt, sagten Händler. Sowohl die Neubautätigkeit als auch die Baugenehmigungen waren nach Angaben des US-Handelsministeriums deutlich stärker als erwartet gesunken. Die Daten belegten, dass die US-Immobilienkrise in den USA noch nicht überstanden sei, hieß es. Dies nähre Zweifel an der weiteren Entwicklung der US-Konjunktur und stütze Spekulationen über eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank im laufenden Jahr.

Am Donnerstag stehen laut Experten weitere US-Konjunkturdaten im Blickpunkt, während in der Eurozone nur wenige Konjunkturdaten veröffentlicht werden. In den USA stehen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Sammelindex der Frühindikatoren und die monatliche Konjunkturumfrage der Notenbank von Philadelphia (Philly-Fed-Index) auf der Agenda.

EZB belässt Leitzins
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach Einschätzung führender Forschungsinstitute vorerst bei vier Prozent belassen. "Die derzeit labile Lage der Finanzmärkte und höhere Konjunkturrisiken sprechen für eine abwartende Geldpolitik", schrieben die Experten in ihrem Herbstgutachten. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2008 dürften die Währungshüter ihre im September verschobene Zinserhöhung auf 4,25 Prozent nachholen.

Eurokurs wird weiter steigen
Eine Zinssenkung halten die Experten trotz der Verwerfungen an den Finanzmärkten derzeit nicht für erforderlich. Für ein Abwarten der EZB spricht den Instituten zufolge die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed. Diese werde wegen des schwächelnden Immobilienmarktes ihren Leitzins bis zum Frühjahr von derzeit 4,75 auf 4,25 Prozent zurücknehmen. Dadurch werde der Eurokurs weiter steigen und den Preisdruck mindern. Ein starker Euro verbilligt die Einfuhr von Rohstoffen wie Rohöl, die traditionell in Dollar abgerechnet werden.

Seit Ende 2005 hat die EZB ihren Leitzins stufenweise von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisauftrieb während des Aufschwungs in Schach zu halten. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten hatten die Währungshüter zuletzt von weiteren Zinserhöhungen abgesehen.




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