29. Oktober 2007 14:31

Rufschädigung 

Ex-Asfinag-Vorstand will Aufsichtsratschef klagen

Die Debatte um die Abberufung des bisherigen Asfinag-Vorstands könnte nun doch noch ein gerichtliches Nachspiel haben.

Ex-Asfinag-Vorstand will Aufsichtsratschef klagen
© APA

Der frühere Asfinag-Vorstand Christian Trattner will offenbar den neuen Aufsichtsratspräsidenten der Autobahngesellschaft, Eduard Saxinger, klagen. Ein entsprechender Bericht des "Standard" ist am Montag aus Trattners Umfeld bestätigt worden.

"Reformunwilligkeit"
Grund dafür ist demnach ein Zitat Saxingers in der "Kleinen Zeitung", wonach der Aufsichtsrat dem bisherigen Dreier-Vorstand "Reformwilligkeit und Reformfähigkeit" abgesprochen haben soll. Die früheren Vorstände haben den Vorwurf der Reformunwilligkeit in den vergangenen Wochen mehrfach zurückgewiesen und stets darauf verwiesen, dass der Aufsichtsrat sie bis zu ihrer Abberufung gar nicht mit seinen Reformplänen konfrontiert habe.

Auch bei Trattners früheren Kollegen Franz Lückler und Matthias Reichhold stießen die Aussagen Saxingers am Montag auf heftigen Unmut. "Sollten die Diffamierungen aber jetzt ein Ende finden", dächten sie im Moment nicht daran zu klagen, hieß es aus ihrem Umkreis.

Überraschende Abberufung
Alle drei Vorstände waren Mitte Juni überraschend abberufen worden. Nach mehrmonatigen Verhandlungen hatten sich die Manager mit dem Aufsichtsrat Ende September auf eine einvernehmliche Auflösung der Verträge, die ursprünglich bis 2011 gelaufen wären, per März 2008 geeinigt.

Hohe Abfindungen
Inklusive aller Fortzahlungen, Prämien und Abfertigungen erhalten Ex-FPÖ-Obmann Reichhold 605.000 Euro, Trattner und Lückler jeweils 720.000 Euro. Jeweils 280.000 Euro davon sind freiwillige Abfertigungen, mit denen die Asfinag alle Ansprüche nach der vorzeitigen Auflösung der Verträge mit Ende März 2008 nach Ende März abgegolten und damit sämtliche Prozessrisiken beseitigt hat, wie das Büro von Verkehrsminister Werner Faymann (S) Ende September erklärte. Mögliche Klagen wegen Rufschädigung sind dadurch aber nicht ausgeschlossen worden, betonten nun die Ex-Vorstände.




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