25. Jänner 2008 19:20

Gipfel in Davos 

Ex-US-Finanzminister glaubt nicht an Rezession

John Snow sagte zum Auftrakt des Wirtschaftsgipfels in Davos, es gäbe "zu viel Pessimismus", er glaube nicht an eine US-Rezession.

Ex-US-Finanzminister glaubt nicht an Rezession
© AP Photo/Virginia Mayo

Kaum scheinen die Börsen nach langem Absturz Boden zu finden, nimmt die Zuversicht der Finanzmarktteilnehmer wieder zu. Machten die Experten zum Auftakt des World Economic Forum (WEF) noch lange Gesichter, glauben jetzt viele nicht einmal mehr an eine Rezession in den USA.

Viel zu viel Pessimusmus
"Sie würden vom nächsten Turm springen", warf der ehemalige US-Finanzminister - und heutige Chairman der BAWAG-Aktionärin Cerberus - John Snow am Freitag an einer Podiumsveranstaltung den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums (WEF) vor. Es herrsche hier in Davos viel zu viel Pessimismus.

"Lernprozess geht vorain in den USA"
Von der jetzigen Krise an den Finanzmärkten sollte man sich nicht erschüttern lassen, sagte Snow: "Der Lernprozess geht voran in den USA." Es seien zu viele schlechte Wertpapiere ausgegeben worden. Jetzt laufe die Korrektur: Die notleidenden Kredite und Kreditpapiere seien abgeschrieben.

Zudem sei die Sparquote in Amerika zu tief gewesen. "Jetzt steigt sie", sagte Snow: Ein ehemaliger britischer Premierminister habe mal gesagt: "Die Amerikaner kommen immer zur richtigen Schlussfolgerung, nachdem sie alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen haben".

2009 werde besser als 2008
Wenn es zu einer Rezession in den USA komme, "wird sie kurz und seicht", sagte der Vize-Vorsitzende des US-Versicherungsgiganten Jacob Fenkel. 2009 werde besser als 2008. Und bereits das zweite Halbjahr 2008 werde besser als das erste.

Verlangsamung der US-Wirtschaft aber keine Rezession
Es werde eine Verlangsamung der US-Wirtschaft geben, aber keine Rezession, sagte gar der Vize-Vorsitzende des ständigen Komitees des chinesischen Volkskongresses, Cheng Siwei. Zwei Tage zuvor hatte er noch pessimistischer Töne angeschlagen: "Wir sind besorgt über die wirtschaftliche Performance der USA."

Nun sagte Siwei: Wenn die USA einen Schnupfen bekäme, fühle sich China unkomfortabel, während der Rest der Welt dann bereits unter einer Erkältung litte.

Ins selbe Horn stieß der indische Finanzminister Palanlappan Chidambaram: "Wir denken nicht, dass die USA in eine Rezession fallen, sondern nur eine Verlangsamung hinnehmen müssen." Die US-Wirtschaft sei stark genug, um sich zu erholen.

Die indische Wirtschaft hänge nicht stark von den USA ab. Die Wachstumstreiber Indiens seien die Investitionen im Heimmarkt und der Konsum, sagte Chidambaram.

Die Verlangsamung in den USA werde sich auf die Exporte von China auswirken, da die Nachfrage sinke, sagte Frenkel. Langfristig sei aber das starke Wachstum der Schwellenländer keine Blase, weil sie eine junge Bevölkerung und eine gesunde Wirtschaft hätten.




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