20. Jänner 2008 15:31

Wifo-Chef Aiginger 

"Facharbeitermangel ist Vorbote der Überalterung"

Wifo-Chef Aiginger warnt davor, dass Österreich qualifizierte Zuwanderer fehlen. Die Botschaft müsse lauten: "Wir sind das neue Amerika!"

"Facharbeitermangel ist Vorbote der Überalterung"
© ORF-PHOTOGRAPHIE

Österreich braucht qualifizierte Zuwanderung sonst können die Jobs in zwanzig Jahren nicht mehr besetzt werden, warnt der Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), Karl Aiginger. Demnach ist der derzeitige Facharbeitermangel in manchen Branchen schon der Vorbote der steigenden Überalterung. Daher gelte es, den Fachkräften aus dem Ausland zu sagen: "Wir sind das neue Amerika." Österreich sei bisher jedenfalls nicht sehr geschickt im Anwerben von gut ausgebildeten Ausländern gewesen.

Bildungsoffensive wichtiger als Steuerreform
Aiginger sprach sich am Sonntag in der ORF-Pressestunde für eine bessere schulische Ausbildung der Arbeitnehmer aus. Während am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren zahlreiche Reformen vollzogen wurden, sei das im Bildungsbereich nicht der Fall gewesen. Der Wifo-Chef betonte, dass eine Bildungsoffensive wichtiger wäre als eine Steuerreform.

Inflation durch EU-Beitritt gedämpft
Zu der zuletzt stark gestiegenen Inflationsrate meinte Aiginger, diese sei noch immer nur halb so hoch wie vor dem EU-Beitritt. Inflationstreiber seien die hohen Energie- und Lebensmittelkosten. Im Energiesektor könnte mehr Wettbewerb zu günstigeren Preisen führen, glaubt der Wirtschaftswissenschafter. Die hohen Lebensmittelkosten führt er auf Missernten, gestiegene Nachfrage in Asien und die Konkurrenz durch Energiepflanzen (Biomasse, Ackertreibstoffe) zruück. Aiginger sprach sich dafür aus, die Milchquote künftig flexibler zu handhaben.

"Euro sicher kein Teuro"
Der Wifo-Chef erwartet in der ersten Jahreshälfte eine Inflationsrate weiterhin über drei Prozent, dann soll sie auf über zwei Prozent sinken. Dass der Euro ein Preistreiber ist, bestreitet Aiginger: "Der Euro ist sicher kein Teuro."

Aiginger betonte einmal mehr, dass die US-Finanzmarktkrise nicht auf Europa überschwappen wird - auch wenn es negative Meldungen, insbesondere im Bankensektor, geben wird.




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