15. Juli 2008 18:09

Hohe Inflationsrate 

Fed und Bush wollen Finanzmärkte stabilisieren

US-Präsident George W. Bush und Notenbankchef Ben Bernanke haben die Stabilisierung der Immobilien-und Finanzmärkte zur Priorität erklärt.

Fed und Bush wollen Finanzmärkte stabilisieren
© AP

Bush forderte den US-Kongress am Dienstag in Washington auf, dem Plan zur Stabilisierung der angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac rasch zuzustimmen. "Wir müssen sicherstellen, dass die Unternehmen in dieser Zeit der finanziellen Spannungen weiterhin Zugang zu Immobilienkrediten gewähren können", sagte Bush. Bernanke sagte vor dem Kongress, das Funktionieren der Finanzmärkte habe derzeit "oberste Priorität" für die Fed. Er räumte ein, dass ihm die steigende Inflation Sorgen bereite.

Notfallplan der Regierung
Bush verteidigte den Notfallplan der Regierung für die Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die rund 40 Prozent der privaten Immobilienkredite in den USA verwalten. Er warnte den von den Demokraten kontrollierten Kongress, den Plan zu modifizieren oder ihm die notwendige Zustimmung zu verweigern. "Ich rufe die Mitglieder des Kongresses dringend auf, den Plan in seiner Gesamtheit umzusetzen", sagte Bush. Der Plan sieht unter anderem vor, dass die beiden Unternehmen Zugang zu billigen Fed-Krediten erhalten können. Dem Einsatz der Regierung war ein rasanter Kurssturz der beiden Firmen an der Börse vorangegangen, der von Sorgen um einen Finanzengpass angetrieben worden war.

Bush und Bernanke bemühten sich übereinstimmend, die Furcht vor einem Absturz der US-Wirtschaft in die Rezession zu zerstreuen. Die USA würden aus der gegenwärtigen Konjunkturschwäche "stärker als je zuvor" hervorgehen, sagte Bush. Bernanke hob in seinem halbjährlichen Konjunkturbericht an den US-Kongress die Wachstumsprognose für 2008 leicht an. Die Fed gehe nun von einem Wachstum von 1,0 bis 1,6 Prozent aus, sagte er. Diese Prognose sei aber mit einem "hohen Maß an Unsicherheit" behaftet, räumte Bernanke ein. Im April hatte die Fed noch 0,3 bis 1,2 Prozent prognostiziert.

Pessimistische Fed
Pessimistischer fiel Bernankes Prognose für die Inflation aus. Im laufenden Jahr sei mit einem Preisauftrieb von 3,8 bis 4,2 Prozent zu rechnen, sagte er. Die "Kerninflation", aus der die starken Steigerungen für Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden, werde bei 2,2 bis 2,4 Prozent liegen.

Bernanke äußerte sich in seinen Ausführungen vor dem Kongress besorgt über die Möglichkeit, dass die Teuerung eine Preis- und Lohnkostenspirale in Gang setzen könnte. "Die gegenwärtig hohe Rate der Inflation könnte bewirken, dass die Erwartungen der Öffentlichkeit an eine längerfristige Inflation steigen", sagte er. "Sollte dies geschehen, und sollten sich diese revidierten Erwartungen im einheimischen Lohnniveau und der Preissetzung niederschlagen, könnten wir längerfristig ein unwillkommenes tatsächliches Steigen der Inflationsrate sehen."




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