20. Oktober 2007 09:19

G-7 

Finanzkrise kann Weltwirtschaft nicht erschüttern

Die Weltwirtschaft wird nach Auffassung der G-7 durch die jüngste Finanzmarktturbulenzen nur einen leichten Dämpfer erhalten.

Finanzkrise kann Weltwirtschaft nicht erschüttern
© EPA

"Die Weltwirtschaft befindet sich im fünften Jahr eines robusten Wachstums", heißt es in der Abschlusserklärung des Washingtoner Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) vom Freitag. Die Vertreter der USA, Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Japans versprachen auch eine gezielte Förderung dieses Wirtschaftswachstums, nannten allerdings keine konkreten Maßnahmen. Zugleich warnten sie davor, dass die ungleichen Bedingungen auf den globalen Finanzmärkten wohl noch eine Weile andauern würden.

Risiko Ölpreis
Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück räumte aber ein: "Es gibt eine gewisse Korrektur, es gibt Risiken". Eines davon sei der Ölpreis, der mit inzwischen rund 90 Dollar je Barrel alle Erwartungen übertreffe. Die Probleme des starken Euros gegenüber Dollar und Yen sprachen die G-7 nicht direkt an, forderten aber von China eine schnellere Aufwertung des Yuan.

Wachsamkeit
Mit einer Wachstumsrate von 4,8 Prozent im nächsten Jahr wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) immer noch außergewöhnlich stark zulegen. Steinbrück wie seine Ministerkollegen warnten davor, die Folgen der Finanzkrise zu dramatisieren. Für eine Entwarnung sei es gleichwohl zu früh. US-Finanzminister Henry Paulson äußerte, die Weltwirtschaft sollte mit diesen Problemen zurecht kommen. Wachsamkeit bleibe aber angesagt.

Aufwerteung des Yuan in China gefordert
Allerdings verschärfte die G-7 ihre Sprache gegenüber China. Von dem Land fordert die Gruppe seit langem mehr Flexibilität beim Wechselkurs des Yuan. Nunmehr drängte sie im Kommunique China zu einer schnelleren Aufwertung seiner Währung. Dagegen sagte Chinas Vize-Notenbankchef Wu Xiaoling, eine Aufwertung der Währung alleine würde Chinas wachsende Überschüsse im Außenhandel nicht wegwischen. Ein solcher Schritt isoliert würde der Volksrepublik und der Weltwirtschaft schaden. Ein weiteres Risiko für die Weltwirtschaft stellt nach Einschätzung gerade der europäischen G-7-Notenbankchefs die Inflationsentwicklung in vielen Teilen der Welt dar. "Die Geldpolitik muss wachsam sein hinsichtlich des Erhalts der Preisstabilität", hieß es im G-7-Kommunique. Eine ähnliche Formulierung gebrauchte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Kurseinbruch an Wall Street
Das Treffen wurde ferner von einem Kurseinbruch an der New Yorker Wall Street überschattet. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte sank am Freitag um 366,94 Punkte oder 2,64 Prozent auf einen Schlussstand von 13.522,02. Analysten werteten es als schlechtes Omen, dass dieser Absturz am 20. Jahrestag des sogenannten Schwarzen Montags erfolgte. Am 19. Oktober 1987 startete das große weltweite Börsenbeben ebenfalls in New York, wo der Dow-Jones-Index um 508 Punkte einbrach - damals war das ein Minus von 22,6 Prozent.

Parallel zu den G-7 trafen sich die Finanzminister und Notenbankchefs der G-24, einer Vereinigung der Entwicklungs- und Schwellenländer. Sie riefen den Internationalen Währungsfonds (IWF) dazu auf, die USA und andere führende Wirtschaftsstaaten stärker zu kontrollieren, um größeren Finanzkrisen künftig vorzubeugen. Die Hypothekenkrise in den USA habe die Schwächen westlicher Wirtschaftssysteme und die Gefahren eines Übergreifens auf andere Länder offengelegt.




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