20. Oktober 2008 19:05

Arbeitsorganisation 

Finanzkrise wird weltweit 20 Mio. Jobs kosten

Laut Internationaler Arbeitsorganisation sind vor allem die Sektoren Bau, Immobilien, Finanzen und Autoindustrie betroffen.

Finanzkrise wird weltweit 20 Mio. Jobs kosten

Die Krise an den Finanzmärkten wird nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation bis Ende nächsten Jahres weltweit 20 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Die Zahl der Arbeitslosen wird auf 210 Millionen von jetzt 190 Millionen steigen und damit erstmals über die 200-Millionen-Marke klettern.

Bau, Immo, Finanz und Auto
Besonders betroffen sind demnach das Bauwesen, der Immobilien- und der Finanzsektor sowie die Autoindustrie. Der Verlust von Arbeitsplätzen wird noch größer ausfallen, wenn der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognosen weiter nach unten revidieren sollte, warnt die ILO.

Politik gegen "Schrotthypotheken"
Die Arbeitsorganisation (sie ist eine UNO-Organisation) verlangt jetzt die Förderung der Realwirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Man sollte auf "Schrotthypotheken" nicht "mit einer Schrottpolitik reagieren". Der Rückgang der Jobs ist regional nicht gegliedert. Länder mit großen Binnenmärkten und geringer Exportabhängigkeit werden die Krise aber besser meistern, siehe China, dessen Wirtschaft nur einen Ausfuhranteil von elf Prozent hat.

Wirtschaft wuchs - Jobzahl nicht
Für die ILO alarmierend ist, dass die weltweite Arbeitslosigkeit trotz des starken Wirtschaftswachstums zwischen 2002 und 2007 unverändert geblieben ist. Die Experten fordern daher Hilfen für die Wirtschaft in beschäftigungsintensiven Branchen.

System ist kontraproduktiv
Die Finanzwirtschaft sollte auf ihre Schlüsselaufgabe, die Bereitstellung von Geld für Unternehmen, zurückgeführt werden. Seit 1980 ist der Anteil der Finanzbranche an den Gewinnen von US-Unternehmen auf 41 Prozent von fünf Prozent in die Höhe geschossen. Das hat dazu geführt, dass Banken lieber in Finanzpapiere statt in die Produktion investieren.




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