17. Jänner 2008 22:32
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Da waren es nur noch drei: Der AUA-Aufsichtsrat formte einen Vierervorstand,
jetzt sprang Finanzer Kleibl ab. So sieht Ötsch jetzt die AUA-Zukunft:
ÖSTERREICH: Sie haben sich einmal gegen den vom Aufsichtsrat gewünschten
Vierer-Vorstand bei der AUA ausgesprochen. Jetzt ist daraus tatsächlich ein
Trio geworden. Zufrieden?
Alfred Ötsch: Ich habe damals auch gesagt, dass aus dem
Aufsichtsratsbeschluss das Beste zu machen ist und die richtigen Personen
für ein harmonisches Vorstandsteam gefunden werden sollen, um den Mehrwert
für die Austrian Airlines zu sichern. Das ist mit den neuen Vorständen Dr.
Malanik und Dr. Bierwirth gelungen. Die persönliche Entscheidung von Thomas
Kleibl bedaure ich, respektiere sie aber.
ÖSTERREICH: Was sind die großen Herausforderungen für die AUA 2008?
Ötsch: Der Ölpreis wird ein wichtiger Faktor sein. Ansonsten
konzentrieren wir uns auf unser Kerngeschäft im Osten und die
Qualitätsoffensive, die wir etwa mit unserem neuen Premium-Service-Konzept
auf längeren Mittelstreckenflügen Richtung Mittlerer Osten fortsetzen. 2008
ist ein besonderes Jahr für Austrian – schließlich feiern wir im März unser
fünfzigstes Jubiläum.
ÖSTERREICH: Was erwarten Sie sich von der Fußball-EM?
Ötsch: Wir sind jetzt schon ein bisschen im EURO-2008-Fieber.
Wir werden prominent in der Fanmeile vertreten sein und haben einen Airbus
321 mit einer Sonderbeklebung als "unoffical Fanline“ ausgestattet. Es wird
zwischen der Schweiz und Österreich mehr Flugverkehr geben, und wir werden
innerhalb Österreichs unsere Kapazitäten nachfrageorientiert steuern.
ÖSTERREICH: Der Aufsichtsrat hat den Kauf von zwei neuen Flugzeugen
abgesegnet.
Ötsch: In der letzten Aufsichtsratsitzung wurde einem Antrag auf
Einsatz zweier zusätzlicher Mittelstreckenflugzeuge zugestimmt. Ob und wann
sie neu oder gebraucht gekauft oder geleast werden, ist noch offen. Sie
sollen im Rahmen des im September startenden Premium-Service-Produktes
eingesetzt werden, das heißt für Strecken in den Mittleren Osten. Dort
stellt sich die Nachfrage positiv dar. In diesen wachstumsstarken Regionen
wollen wir weiter expandieren.
ÖSTERREICH: Die AUA-Betriebsräte sehen einen Pilotenmangel heraufdämmern.
Ötsch: Der Pilotenmarkt ist angespannt. Ich bin aber überzeugt,
dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind und den Piloten auch
Karrieremöglichkeiten bieten.
ÖSTERREICH: 2007 war von Scharmützeln mit den Betriebsräten geprägt. Jetzt
ist es ruhiger. Haben Sie Ihre Strategie geändert?
Ötsch: Ein ruhiges Betriebsklima ist eigentlich
selbstverständlich. Wir haben 2007 für beide Seiten gute
Kollektivvertragsabschlüsse erzielt und derzeit keine großen offenen
Sachthemen.