06. Juli 2008 20:49

Petrikovics 

"Für feuchte Augen bleibt wenig Zeit"

Abspaltung von der Constantia Privatbank (CPB), schlechte Stimmung an den Immo-Märkten: Karl Petrikovics nimmt Stellung.

"Für feuchte Augen bleibt wenig Zeit"
© TZ Oesterreich Reismann Erich

Es war ein Paukenschlag in der österreichischen Immo-Branche: Die traditionsreiche Constantia Privatbank (CPB) verkauft ihre gesamte Immo-Sparte um 440 Millionen Euro an die Immofinanz-Gruppe. Dazu gehört auch jene Managementgesellschaft, über die sie die Immofinanz und die Immoeast bisher gesteuert hat.

Petrikovics war bisher sowohl CPB-Generaldirektor, als auch Boss der Immofinanz-Gruppe.

ÖSTERREICH: Sie traten in Folge des Deals als Generaldirektor der CPB zurück. Sehen Sie das mit lachendem oder mit weinendem Auge?

Petrikovics: Ich habe zwei Augen, das reicht für ein lachendes und ein weinendes. Ich war zehn Jahre lang CPB-Chef. Natürlich geht man da nicht ohne Emotion und ein bisschen Wehmut. Aber die nun gefundene Lösung ist für alle Seiten optimal. Es wird so spannend werden, dass für feuchte Augen wenig Zeit bleibt.

ÖSTERREICH: Warum passiert das alles gerade jetzt?

Petrikovics: Die Eigentümer der CPB haben sich entschlossen, die Bank zu verkaufen. Und eine Möglichkeit war, den Privatbankbereich und den Immobilienbereich getrennt zu verkaufen. Als Generaldirektor von Immofinanz und Immoeast bin ich glücklich mit dem Kauf.

ÖSTERREICH: Die Meinl-Immofirma MEL hatte auch eine externe Managementgesellschaft wie bisher die Immofinanz und wurde dafür scharf kritisiert. Hatte das Einfluss auf Ihre Umstrukturierungen?

Petrikovics: Was bei MEL passiert, ist für uns nicht von Bedeutung. Wir ziehen den Kauf der CPB-Immosparte völlig transparent und unter Einbindung der Aktionäre zu einem exzellenten Preis durch. Maßgebend war der Wunsch vieler Investoren, dass ich das Unternehmen selbst managen soll und die Tatsache, dass wir einen ganzen, funktionierenden Immo-Konzern kaufen, der uns enorme Möglichkeiten eröffnet.

ÖSTERREICH: In welchem Zustand sind die Immo-Märkte?

Petrikovics: Sie entwickeln sich im Wesentlichen sehr gut, vor allem unser Hauptmarkt Zentral- und Osteuropa. Die Mieten sind teils deutlich gestiegen, die Nachfrage ist ausgezeichnet. Ich sehe keine Gründe, warum sich das ändern sollte.

ÖSTERREICH: Und was raten Sie Ihren Aktionären?

Petrikovics: Derzeit ist die Stimmung bei den Investoren im Keller. Aber da Immobilien-Investments der beste Schutz vor Inflation sind, kaufen erfahrene Investoren schon wieder ganz ordentlich.

ÖSTERREICH: Sie selbst gehen da ja gerne mit gutem Beispiel voran.

Petrikovics: Ich habe vergangenes Jahr 150.000 Immofinanz- und 100.000 Immoeast-Aktien gekauft, und es wird ganz sicher noch um einiges mehr werden.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |