02. März 2009 23:52

Getrennte Wege 

GM lässt Opel von der Leine

Opel und Vauxhall sollen unter einem neuen, selbstständigeren Dach zusammengehen. Die neue Firma braucht trotzdem 3,3 Mrd. Euro Hilfe.

GM lässt Opel von der Leine
© EPA/APA

Der kriselnde Autobauer Opel wird völlig neu aufgestellt. Alle europäischen Aktivitäten von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sollen unter dem Dach einer neuen, deutlich selbstständigeren Opel-Gesellschaft zusammengefasst werden. Das neue Unternehmen braucht in den nächsten ein bis zwei Jahren von den europäischen Regierungen Finanzspritzen im Umfang von 3,3 Mrd. Euro.

GM zieht sich zurück
GM als bisherige 100-prozentige Eigentümerin ist bereit, zunächst 25 bis 50 Prozent der Anteile an Opel an neue Eigner abzugeben. Der US-Konzern sei im Gegenzug bereit, dem neuen Unternehmen Sachwerte und Patente im Wert von 3 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen. Ein späterer Rückzug von General Motors auf eine Minderheitsbeteiligung wurde nicht ausgeschlossen. Um gemeinsam Teile einkaufen und neue Technologien entwickeln zu können, soll Opel aber weiterhin Teil des GM-Konzernverbundes bleiben.

AG statt GmbH?
Opel wird nach 80 Jahren Zugehörigkeit zu GM quasi neu gegründet. Das Unternehmen könnte in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, an der sich möglichst alle europäischen Länder mit Opel und Vauxhall-Standorten beteiligen. An diesem künftigen Unternehmen könnten sich auch die Beschäftigten, die Opel-Händler sowie andere Unternehmen beteiligen. Opel ist bisher als GmbH organisiert und wurde von GM am kurzen Zügel geführt.

Jobs abbauen
Das neue Unternehmen könnte - so die Hoffnung - bis 2011 wieder schwarze Zahlen schreiben und will bis 2014 oder 2015 seine Schulden an die öffentliche Hand zurückzahlen. In Erfüllung des Ziels von GM, in Europa Arbeitskosten in einer Größenordnung von 1,2 Mrd. Dollar (949 Mio. Euro) einzusparen, müsste über Lohn- und Gehaltsverzichte sowie freiwillige Abfindungsmaßnahmen gesprochen werden. Überkapazitäten müssten abgebaut werden.

Werke schließen
Wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, ließen Management und Betriebsrat offen. Auch Werksschließungen wurden nicht ausgeschlossen. Standorte zu verkaufen, wird geprüft. In den vergangenen Wochen war wiederholt über den Verkauf des Opel-Werks in Eisenach und die Schließung der Montagewerke in Antwerpen und Bochum spekuliert worden.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |