27. April 2009 17:22

Auto-Industrie 

GM will weitgehende Verstaatlichung

Der vom Untergang bedrohte US-Autokonzern General Motors bittet die Regierung in Washington um eine weitgehende Verstaatlichung. Die Regierung soll die Hälfte der Konzernaktien erhalten.

GM will weitgehende Verstaatlichung
© APA

Wie GM am Montag mitteilte, soll der amerikanische Staat die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür dem Unternehmen im Gegenzug die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Mrd. US-Dollar (11,73 Mrd. Euro) erlassen. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen den Abbau von 21.000 Arbeitsplätzen an.

Tauschgeschäft
Privaten Geldgebern bot der Opel-Mutterkonzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. So könnten die Gläubiger für jeweils 1.000 Dollar, die das Unternehmen ihnen schulde, 225 GM-Aktien bekommen. Sollten die Vorschläge akzeptiert werden, könnte der Konzern mit einem Schlag 27 Mrd. Dollar Schulden loswerden.

Privaten Gläubigern würden danach zehn Prozent des Konzerns gehören. Auch die Absicherung eines Gesundheitsfonds für ehemalige GM-Mitarbeiter will das Unternehmen nach eigenen Angaben zur Hälfte über eigene Aktien finanzieren.

Jobabbau und Schließungen
General Motors kündigte am Montag für die USA ferner einen verschärften Stellenabbau, zusätzliche Werksschließungen und eine schnellere Verkleinerung des Händlernetzes an.

Pontiac eingestellt
Die über 80 Jahre alte Sportwagenmarke Pontiac wird eingestellt. Die Trennung von der schwedischen Tochter Saab soll bis spätestens Ende dieses Jahres erfolgen. Zudem will der Konzern seinen Schuldenberg über mehrere Maßnahmen um mindestens 44 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro) abbauen.

Schulden zu Aktien
Die Frist für das Angebot an die Gläubiger, Schulden in Aktien umzuwandeln läuft am 26. Mai ab. Die US-Regierung hat GM für einen endgültigen Sanierungsplan ein Ultimatum bis Ende Mai gestellt.

Sanierungsplan
"Wir unternehmen harte, aber notwendige Schritte, die für das langfristige Überleben von GM wichtig sind", sagte Konzernchef Fritz Henderson. Die auf Druck der Regierung erfolgte Überarbeitung ist bereits der dritte verschärfte Sanierungsplan in gut vier Monaten.

Trennung von Saab
GM konzentriert sich damit in Nordamerika künftig auf vier statt acht Marken: Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC. Die Trennung von Saab, Hummer und Saturn soll nun noch 2009 über die Bühne gehen.

Opel-Gespräche abschließen
GM will die Verhandlungen mit mehreren Interessenten über sein Europa-Geschäft rund um die Tochter Opel in wenigen Wochen abschließen. Die Gespräche würden mindestens noch in die erste Maihälfte hinein andauern, sagte GM-Chef Fritz Henderson am Montag in Detroit.

Kein Komplettausstieg
Namen möglicher Käufer wollte er nicht nennen. GM plane aber keinen Komplettausstieg aus dem Europa-Geschäft. "Wir werden uns nicht aus Europa verabschieden, wir werden nur andere Strukturen haben", bekräftigte Henderson.




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